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Konzert: SKELETONWITCH - 08.04.2015 - Osnabrück

Location: Bastard Club
Support: GoatWhore, Mortals

"Hell has arrived over Europe" heißt es vom 03. April bis 02. Mai 2015, wenn dieses amtliche US-Metalpaket durch 13 Länder zieht. Der zweite Deutschland-Termin liegt zwar mitten in der Woche und bei endlich mal halbwegs schönem Wetter, aber sowas darf bekanntlich kein Grund sein, auf eine solche Tour zu verzichten.

Oder etwa doch? Obwohl MORTALS verspätet beginnen, muss das Mädels-Trio vor genau 37 Leuten loslegen. Doch der tief wummernde Bass von Sängerin Lesley Wolf lockt schnell weitere Besucher in das urige Kellergewölbe des Bastard Clubs. Allerdings bleibt es insgesamt eher verhalten und überschaubar. Der Sound - recht simpel und irgendwo zwischen Black Metal, Sludge und teils ellenlangen Instrumentalpassagen - sorgt lediglich für vereinzeltes Kopfnicken im Publikum und wohlwollenden Höflichkeitsapplaus. Vielleicht mag der Funke auch deshalb nicht so wirklich überspringen, weil die Ansagen sehr spärlich, schüchtern und introvertiert ausfallen und auf der Bühne zudem rein gar nichts passiert. Nach 35 Minuten und gefühlten fünf oder sechs Songs ist Schluss und mein persönliches Fazit kommt kaum über ein "soweit ganz nett" hinaus.

Mortals

Das sieht bei GOATWHORE natürlich ganz anders aus. Gleich bei den ersten Takten des Openers "Poisonous Existence In Reawakening" spürt man - neben einem nun recht gut gefüllten Club - auch endlich mal wirkliche Energie. Alleine die Bühnenpräsenz von Fronter Ben Falgoust (keiner spielt so schön Luftgitarre!) bewegt sich auf einem ganz anderen Level. Hier wird wirklich performt, animiert und mitgerissen. Die massive Soundwand des Saitentrios in Verbindung mit den mächtigen Drums, lassen Mortals im Nachhinein sogar noch unspannender erscheinen. Sorry, Mädels. Bei GoatWhore gibt's 50 Minuten lang die volle Black/Death/Thrash-Breitseite mitten ins Gesicht und tief in den Magen. Hier und da mit einer Prise Celtic Frost, Venom oder Motörhead und mit etwas Fantasie mag man vielleicht sogar noch einen Schuss Punk oder gar (old school) Hardcore heraushören.
In Sachen Songauswahl liegt der heutige Schwerpunkt, wie eigentlich erwartet, auf den beiden letzten Alben (2012 & 2014) der Band, während das Debüt "The Eclipse Of Ages Into Black" (2000), sowie der 2003er Nachfolger komplett unter den Tisch fallen. Schade eigentlich, aber starke Songs wie "Alchemy Of The Black Sun Cult" oder auch das abschließende Doppel "The All Destroying"/"Apocalyptic Havoc" lassen ohnehin nur wenig Wünsche offen. Starker Auftritt.

GoatWhore

Ich war im Vorfeld des Auftritts von SKELETONWITCH durchaus etwas skeptisch. Mein letztes Live-Erlebnis mit der sympathischen Truppe datiert zwar aus dem Jahre 2012 (With Full Force Festival), aber meine Erinnerungen waren extrem positiv. Doch Sänger Chance Garnette, der schon auf der Nordamerika-Tour Ende 2014 nicht mit dabei war, ist es auch diesmal nicht. Seine ausufernden Alkoholexzesse haben die übrigen Bandmitglieder dazu veranlasst, ihn vor die Tür zu setzen. Ob dauerhaft oder nur vorübergehend, ist aktuell wohl noch nicht klar. Fest steht nur, wer ihn einmal mehr am Mikro vertritt: Andy Horn (Battlemaster, ex-Cannabis Corpse). Und dieser gute Mann hat nicht nur mich gleich von Beginn an überzeugt und gepackt (er darf diesen Posten also sehr gerne auf Dauer übernehmen). Die klasse Stimmung bei GoatWhore erreicht nun ihren verdienten Höhepunkt, denn die nicht gerade wenigen eher "klassischen" Fans im Publikum freuen sich natürlich über den mitunter recht hohen Anteil an starken NWoBHM-Riffs im ansonsten ohnehin meist rasanten Black/Thrash-Sound der Ohio-Truppe. In den ersten Reihen wehen fast durchgehend die Haare und nicht nur Andy Horn hat sichtlich Spaß an dieser ausgelassenen Stimmung (wohlgemerkt: Wochentag & Norddeutschland!).
Die Setlist bietet eine bunte und gelungene Mischung aus allen vier regulären Alben der Band, hat mit "Beyond The Permafrost" oder dem coolen "Stand, Fight And Die" ein paar "ältere" Perlen parat und endet amtlich mit dem überragenden "Within My Blood". Ein rundum absolut gelungener Gig und Abend!

Skeletonwitch

Setlist - Skeletonwitch
I Am Of Death (Hell Has Arrived)
From A Cloudless Sky
Burned From Bone
Upon Wings Of Black
Choke Upon Betrayal
Stand, Fight And Die
Beneath Dead Leaves
Serpents Unleashed
This Horrifying Force
Crushed Beyond Dust
Unending, Everliving
Cleaver Of Souls
The Infernal Resurrection
Repulsive Salvation
Beyond The Permafrost
Of Ash And Torment
Within My Blood


Text & Fotos: Marco Zimmer