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Konzert: GWLT - 28.09.2016 - Berlin

Location: Musik & Frieden
Support: Tamas, AmokKoma


Heute Abend gibt es eine kleine Zeitreise und das nicht, weil irgendeine ewig alte Bands auf der Bühne stehen, sondern ein Genre, bei dem es nicht mehr wirklich neue Bands gibt. Und davon sind es mit Tamas und GWLT heute auch gleich zwei. Mit AmokKoma gibt es dann noch mehr Abwechslung an dem ohnehin schon kontrastreichen Abend.


Als erstes sind die Berliner TAMAS auf der Bühne. Eine Hardcore Band, die sich um den Berliner Rapper Tamas gebildet hat. Lange sind sie in der Formation noch nicht unterwegs, aber schon super aufgestellt. Hier gibt es richtig flotten Hardcore, der nach vorne geht, mit bald noch flotterem Rap dazu. Back into the 90s? Naja, so ähnlich, bloß viel straighter mit dem aktuellen Sound Gewand. Dickes Ding, das ich vorher noch nicht wirklich kannte, aber auf jeden Fall nicht zum einzigen Mal gehört habe. Tamas haben mit "Jesus schießt" und "Eat The Rich" auch gleich ein paar dicke Dinger im Gepäck. Aber auch ein Song, den ich schon länger nicht mehr gehört habe, kommt auf die Bühne. "Kill The Cops" gab's schon vor der Band und wird jetzt nochmal mit dicken Riffs und Drums unterlegt - gefällt mir gleich noch besser, diese neue Variante. Coole Show!

Tamas

Als nächstes kommt dann Nico Webers, der ehemalige Sänger von War From A Harlots Mouth, der mittlerweile auch schon bei verschiedenen Bands als Gastsänger unterwegs war, mit seinem Solo Projekt AMOKKOMA. Jetzt gibt es erstmal eine dicke klatsche DubStep. Kann man bei einem Konzert auch mal zwischendurch bringen, statt 1000 mal gehörte Radiosongs. Und so sehe das auch nicht nur ich, sondern auch der Großteil des Publikums, der dazu gleich mal die Hüften schwingt.

AmokKoma

Nach kurzer Pause kommen dann die Headliner auf die Bühne. Die Jungs aus München um GWLT starten gleich sehr eindrucksvoll. Die Gitarren nach hinten geklemmt, gibt es erst mal mit "Weil wir viele sind" einen richtig schönen Rap-Song zum Anfang. Danach werden dann die Gitarrren herumgerissen und eine fette Live Show startet. GWLT schaffen nicht nur ernste und kritische Texte in derben Rap-Metal-Core zu packen, sondern zwischendurch immer wieder mit sehr richtigen und coolen Ansagen für Gänsehaut zu sorgen. Gerade die Emotionalität, mit der die Songs rübergebracht werden, erstaunt und reißt mit. Vor allem bei Songs wie "Hannah Arendt" oder "Watts 1965" (von der neuen Platte) ist das zu merken. Bei "Ruhe & Frieden" kommt dann auch Nico Webers auf die Bühne und unterstützt den David bei den Vocals. Aber auch die "alten" Sachen wie "Krrk! & Frieden", "Alles muss brennen" und "Frontex" ballern einfach nur derbe nach vorne. GWLT haben sich schon eine hammer Live Show angeeignet. Da wünscht man sich bei dem rund einstündigen Konzert doch glatt noch eine halbe Stunde länger.

GWLT

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de