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Konzert: MUNICIPAL WASTE - 25.06.2016 - Berlin

Location: Bi Nuu
Support: Reactory, Tracer

Eine der Bands der 2000er Wave Of Thrash Metal wollen an einem Samstag Abend ordentlich was abreißen. Municipal Waste haben mit ihrem Thrash/Hardcore/Punk Crossover eine neue Ära eingeleitet. Ein Genre, das gefühlt nur für's Skaten und Feiern erfunden wurde. Mit hammerharter Geschwindigkeit geht es ohne Ausnahme nach vorne.


Den Opener geben die Berliner Jungs TRACER, die schon mit so einer guten Laune auf die Bühne kommen, dass man selber direkt gute Laune bekommt. Mit Tracer wird der 80er Jahre Thrash Metal so original zurückgebracht, dass man sich wie auf einer Zeitreise fühlt. Eine Band, die so aktiv die langen Haare schwingt und mit derben Gitarrensoli nur so um sich schmeißt. Das Quintett ist richtig aktiv und schafft es von Anfang an, so das Publikum zu animieren, welches sofort die Matten schwingt. Das ist unglaublich für die erste Support Band. Musikalisch sind sie ganz oben mit dabei. Ich hatte bis jetzt noch nichts von der Band mitbekommen, kann es jetzt aber kaum erwarten, sie nochmal zu sehen.

Tracer

Als nächstes kommen dann REACTORY auf die Bühne. Das Quartett aus Berlin ist mir schon länger bekannt und sollte auch außerhalb Berlins in den Thrashkreisen gut dabei sein. Sie sind ja mit ihrem derben Thrash in den letzten Jahren auch schon auf einigen Bühnen unterwegs gewesen. Bei der etwas härteren Gangart gibt es nun auch schon die ersten Pits. Draußen sind es immer noch weit über 30 Grad und hier drinnen verwandelt es sich langsam in eine Sauna. Mit dem von vor über zwei Jahren veröffentlichten Song "Shell Shock" gibt's dann auch noch den perfekten Soundtrack für das immer heißer werdende Gefecht hier drinnen. Reactory haben in ihren paar Jahren einfach schon so einige coole Hits rausgehauen. So auch "Metal Invasion", der für ordentlich Stimmung sorgt. Wie immer hat es derbe Fun gemacht. Besser hätten die Support Bands in Berlin gar nicht gewählt werden können.

Reactory

Nachdem ich mal den Merch-Stand gecheckt habe und mir das schöne neue Municipal Waste Shirt geholt habe, geht es auch schon fast los. Als es denn beginnt, bin ich buff. Man schwitzt mittlerweile im Club einfach nur vom Stehen und trotzdem könnte der Pit gar nicht mehr ausrasten. Mit dem ersten Song "Unleash The Bastards" könnte auch kein besserer Einstig gewählt werden. Zig Fans springen sofort auf die Bühne und wieder runter, es gibt bald mehr Stagediver als bei Terror und es entsteht ein richtig schönes Chaos, welches immer wieder kurz nach durchschnittlich zwei Minuten unterbrochen wird, da ja ein neuer Song angespielt werden muss. Es scheint, als ob MUNICIPAL WASTE selber völlig baff vom Publikum ist. So kommen Witze wie "hier entertainen nicht wir euch, sondern ihr uns!". Unbeirrt von den ganzen Fremdkörpern zwischendurch auf der Bühne, reißen Municipal Waste weiter alles ab. Zwischendurch gibt's dann noch eine schöne Anti-Donald Trump-Ansage und es wird der Song "I Wanna Kill Donald Trump" gespielt, der selbst für Municipal Waste Verhältnisse kurz ist. Zum Ende gibt es noch eine kleine Zugabe mit "The Art Of Partying". Insgesamt hätte der Abend wohl kaum spaßiger sein können.

Municipal Waste

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de