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Konzert: OVERKILL - 13.11.2013 - Berlin

Location: SO36
Support: Crowbar, Desecrator, Shredhead


Die Thrash Metal-Legenden um Bobby Ellsworth lassen sich in der Hauptstadt blicken und haben auch ein amtliches Paket dabei. So gibt es mit Crowbar noch die Doom/Sludge-Legende aus New Orleans und mit Desecrator (Melbourne, Australien) und Shredhead (Modiin, Israel) auch ordentlich internationale Unterstützung. Dieses Paket kostet an der Abendkasse angenehme 31 Euro.


Angefangen wird mit SHREDHEAD. Das Quintett aus Israel legt richtig dicken groovigen Metal an den Start. Der Sound ist von Anfang bis Ende spitze und es gibt schön im 90er Stil Rumgepose und Ansagen. Publikum ist noch nicht allzu viel da, deswegen bewegt sich auch noch nicht viel. Shredhead geben aber ihr Bestes, um das Publikum zu animieren und erinnern nicht nur vom Auftreten her an Pantera. Rein musikalisch vom Gesang und den Riffs klingt alles sehr "beeinflusst" von Pantera. Also nicht so sehr der eigene Sound, nichtsdestotrotz wird eine fette Show abgeliefert und der Sound passt.

Shredhead

Als nächstes kommen die Aussies DESECRATOR, die musikalisch wohl sehr dem Thrash zuzuordnen sind, aber mit ihrem für Thrash Metal sehr hohen Gesang teilweise eher nach einer Old School Heavy Band klingen. Das ist für mich erstmal ziemlich befremdlich und ich glaube, da werde ich auch nicht mehr rankommen, aber nach einer Weile hat man trotzdem mal ein wenig mit den Kopf dazu genickt. Genug andere Leute feiern sie auf jeden Fall ab. Die Präsenz auf der Bühne stimmt auch, zwei von ihnen haben sogar schon die gleiche Frisur. Über die Riffs kann man überhaupt nicht meckern, die gehen in einer richtig guten Geschwindigkeit und Verspieltheit schön nach vorne.

Desecrator

Jetzt kommt die Band, wegen der ich eigentlich hier bin. "We have some good news and some bad news. The good news is we are CROWBAR, the bad news is we are going to kick your ass!". Ganz besonders ist heute Abend, dass Todd Strange aka Sexy T wieder mit dabei ist, das lassen ihn die Fans während des Konzerts und danach beim Merchstand auch spüren. Über 15 Jahre war er nun nicht mehr am Bass, soundtechnisch scheint aber noch alles zu klappen. So wird direkt mit "All I Had I Gave" losgedoomt. Generell hat die recht kurze Setlist ziemlich viele alte Songs. Es gibt nur einen von der aktuellen und einen von der letzten Platte. Was mich erstmal ziemlich glücklich stimmt, obwohl ich gerne mehr in die aktuelle Platte reingehört hätte. Insgesamt gibt es ein typisch fettes Crowbar Konzert, wie man es gewohnt ist. Immer noch voller Power und Freude auf der Bühne.

Crowbar

Nun kommt eine Band, die ich seltsamerweise noch nie gesehen habe, obwohl ich mittlerweile schon so ziemlich jede bekanntere Band aus dem Genre gesehen habe. OVERKILL betreten die Bühne und sobald der erste Song losgeht, flippen die Leute vor der Bühne auch schon aus. Da geht's von Anfang bis Ende richtig gut ab, hätte ich jetzt so stark nicht erwartet. Auch mit der Stimme von Bobby Ellsworth werde ich nicht mehr glücklich, trotzdem bin ich extrem erstaunt, wie gut die Band nach nun über 35 Jahren noch abgeht. Respekt. Es wird ordentlich durchgeprügelt. Bobby haut komischerweise verdammt häufig von der Bühne ab, während die restlichen Vier in ihre Instrumente kloppen und D.D. Verni dann immer den Platz in der Mitte übernimmt und auch mal schön ins Mikro schreit. Generell spielen alle auf der Bühne schön mit dem Publikum und haben richtig Spaß auf der Bühne, was sich natürlich auf die Fans überträgt. Die Setlist ist schön abwechslungsreich. So gibt es drei Songs von der ersten Platte, aber auch von den letzten Platten und auch natürlich sowas wie "Coma". Es ist sogar noch Zeit für zwei Cover von Thin Lizzy und Subhumans. Alter Schwede, die können noch richtig abgehen.

Overkill

Setlist - OVERKILL
Armorist
Rotten To The Core
Electric Rattlesnake
Hello From The Gutter
In Union We Stand
Our Finest Hour
Hammerhead
Feel The Fire
Coma
Infectious
Emerald (Thin Lizzy cover)

Ironbound
Elimination
Fuck You


Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de