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Konzert: PENTAGRAM - 13.04.2016 - Berlin

Location: Lido
Support: Mondo Drag, Ecstatic Vision


Pentagram sind wieder auf Tour und stoppen in Berlin. So oft, wie sie auch den letzten Jahren schon hier waren, habe ich es trotzdem nie geschafft, sie zu sehen. Eine Premiere also, dass ich die alten Herren sehe. Ich bin so gespannt, wie lange nicht mehr. Sind sie so geil wie auf der Platte? Sind sie dem Alter angemessen? Oder einfach nur noch enttäuschend? Auf jeden Fall sind sie mit knapp unter 30 Euro an der Abendkasse noch nach all den Jahren ziemlich günstig.


Als Support starten erstmal ECSTATIC VISION aus Philadelphia, die vor einem fast leeren Raum ihre ersten Töne anschlagen. Aber kurz nach genau diesen ersten Tönen füllt sich der Raum blitzschnell. Auch wenn sich die Songs recht lange aufbauen, bringen sie einen riesigen Groove mit sich. Was schon selten ist: Ein Saxophonist, der die Band mit begleitet, springt auch noch später zu einer Queerflöte über. Ecstatic Vision laden mit ihrem psychedelischen Sound in unbekannte Sphären ein, die trotzdem sehr tanzbar sind und durch den Sänger oftmals auch ins Härtere überschwappen. Zudem gibt es eine ziemlich coole Lichtshow, die ich von Konzerten gar nicht kenne (eigentlich nur aus Techno-Clubs), die die Bewegungen der Band nochmal untermalen. Richtig coole Show, die merk' ich mir.

Ecstatic Vision

Als nächstes kommen MONDO DRAG, die mir schon bekannter sind. Die Jungs aus Oakland haben sich mit ihren Keyboards und Synthesizern hier drüben schon gut einen Namen gemacht. Der Raum ist so langsam auch gut voll. Musikalisch ist es jetzt hauptsächlich nur noch psychedelisch. John Gamino, der am Keyboard steht, hat auch eine hammer Stimme. Vom Sound klingt es auch alles recht gut, außer, dass der Bass ziemlich übersteuert zu sein scheint. Der Bass überschattet sogar ziemlich stark die anderen Instrumente, was es leider sehr anstrengend macht. Verglichen mit der Vorband fehlt auch der schöne Groove und der Spaß auf der Bühne.

Mondo Drag

Und nun kommen endlich die, auf die ich schon seit Wochen gespannt warte. PENTAGRAM betreten die Bühne und die Zuschauer toben. Oh man, die sind ja echt schon alt. Gestartet wird direkt mit "Death Row" und mit den ersten Riffs und den ersten Tönen in das Mikro wird mir klar, wie verdammt gut Pentagram noch sind. Und das, obwohl sich Bobby Liebling am Mikro, die ersten drei Songs über, noch über die fehlende Lautstärke beschwert. Nach mehrmaligem Schreien Richtung Technik und ein paar bösen Blicken ging es dann aber und zu "Sign Of The Wolf" kam dann die volle Power seiner Stimme. Ab jetzt konnte sich Liebling auch voll auf seine Bühnenpräsenz konzentrieren, welche echt überragend ist. Es macht so einen Spaß zuzuschauen und zuzuhören. Gerade während Victor Griffin seine Riffs auch noch mit einer erstaunlichen Bewegung auf der Bühne runterspielt und Liebling dazu die Luftgitarre spielt und mit großen Augen die Fans anguckt. Bei den ganzen Hits wie "Forever My Queen" und "Relentless" wird auch vom Publikum ordentlich mitgesungen. Mit der Zugabe stehen die älteren Herren dann auch länger auf der Bühne, als ich vorher gedacht hätte und ich muss mich beeilen, damit ich mit den Öffentlichen noch nach Hause komme. Was für ein Abend und eine absolute positive Überraschung!

Pentagram

Setlist - Pentagram
Death Row
All Your Sins
Close The Casket
Sign Of The Wolf
Forever My Queen
Tempter
Screams
Dead Bury Dead
Curious Volume
Dying World
Devils Playground
Relentless

Last Days Here
Be Forewarned
20 Buck Spin


Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de