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Konzert: PERSISTANCE TOUR - 14.01.2016 - Berlin

Location: Astra


Die Persistence Tour ist mit einem ordentlich zusammen gepackten Line Up wieder da. Sieben Bands versüßen einem den Abend. Ab 18 Uhr spielt schon die erste. Genretechnisch bewegt sich die Tour wieder in allen Hardcore-Bereichen. Mit knapp über 30 Euro hat man auch wieder ein super Preis-/Leistungsverhältnis.

Als erstes starten RISK IT durch. Die einzigen Locals im Line Up starten bei einer schon recht gut gefüllten (für 18 Uhr) Halle flott durch. Die Dresdner bringen auch recht schnell die ersten Leute zum Tanzen. Der Sound ist super und die Jungs haben gut Spaß auf der Bühne. Die sich erst 2009 gegründeten Hardcore Kids haben erst jetzt ihre aktuelle LP "Cross To Bear" veröffentlicht, wozu die Tour jetzt natürlich super passt, um die neuen Songs vorzustellen. Risk It werden nicht ohne Grund in der deutschen Hardcore Szene immer bekannter und durch die Tour wohl noch ein wenig mehr. Hier hat sich das frühe Kommen definitiv gelohnt!

Risk It

Also nächstes kommen die Jungs von WISDOM IN CHAINS auf die Bühne, die mittlerweile schon sehr gern gesehene Gäste in Berlin sind. Die Fünf aus Pennsylvania schaffen es schon gleich mit dem ersten Song, dass ordentlich mitgesungen wird. Es wird noch etwas voller vor der Bühne und die melodischen Refrains kommen gut an. Musikalisch machen Wisdom In Chains sehr Oi-lastigen Hardcore. Beim Song "My Friend" kann dann der Großteil der vor der Bühne stehenden Leute mitgrölen und macht es natürlich auch. Frontmann Mad Joe Black hat nicht nur eine geile Stimme, sondern ist auch noch extrem sympathisch. Sieht man nicht allzu oft, dass sich ein Musiker bei so einer Tour jede Band komplett anschaut.

Wisdom In Chains

Als drittes kommt mit TWITCHING TONGUES der erste Exot auf die Bühne. Die auch erst 2010 gegründete Band aus L.A. hat einen Hardcore-Stil, der sehr in die Richtung von Type O Negative und Life Of Agony geht. Eine sehr starke Stimme, gekoppelt mit sehr schweren Drums und Riffs. Als ich sie das erste Mal gesehen habe, fand ich die Band schon echt spitze. Musikalisch bringen sie es auch wieder voll, allerdings fehlt leider ab und zu die Stimme von Sänger Colin Young und könnte generell lauter sein. Das ist sehr schade, da die Jungs echt eine schöne Abwechslung ins Line Up bringen. Sehen die meisten aber anscheinend nicht so, der Bereich vor der Bühne hat sich wieder recht stark geleert. Mein Lieblingssong "Preacher Man" wird gespielt und ich kann trotzdem super gut abgehen.

Twitching Tongues

IRON REAGAN - die einzige Band im Line Up, die ich noch nicht gesehen habe und auf die ich mich am meisten freue. Was kommt raus, wenn sich die Leute von Municipal Waste, Cannabis Corpse und Darkest Hour zusammensetzen, um die wohl punkigste Thrashband zu gründen, die es bis jetzt gab? Riesengroßer Spaß vor der Bühne auf jeden Fall! Und lange Haare bei der Persistence Tour. Sehr kurze Songs und Ansagen und eine Menge Spaß auf der Bühne definieren die Jungs ganz gut. Mit der Aussage "scheiß auf Genres, wir machen Hardcore, Punk und Metal" ernten sie viel Applaus. Es gibt einen ordentlichen Pit vor der Bühne. Mit den paar Songs, die draußen sind, schaffen sie auch locker alles Wichtige zu spielen. Vor der Bühne fühlt es sich die vollen 30 Minuten genauso an, wie im Video zum Song "Miserable Failure".

Iron Reagan

Ab jetzt wird es voll. H2O stürmen auf die Bühne - oder erstmal auch nicht. Gestartet wird mit einigen technischen Problemen. Der eine Gitarren-Amp scheint ein paar Probleme zu machen. Wenn es denn endlich losgeht, bewegt sich gleich der ganze Saal zu "Nothing To Prove". Jeder kann mitsingen und die Stimmung ist sofort auf einem Hochpunkt. Allerdings gibt es leider immer wieder ein paar technische Probleme, zusätzlich fällt dann auch noch eine Monitor-Box auf der linken Seite aus. H2O probieren aber das Beste daraus zu machen. Es werden ein paar Songs vom neuen Album "Use Your Voice" vorgestellt, die auch gut ankommen. Zudem beginnt es jetzt mit den Stagedives und Crowdsurfern. Zum Schluss wird dann noch "What Happened" zum Besten gegeben und es gab trotz einiger Soundprobleme eine ordentliche Party.

H2O

Was gerade noch "soft" mit Stagedives angefangen hat, wird jetzt radikalisiert. TERROR aus L.A. betreten die Bühne und erklären, dass die Bühne den Fans gehört. Die lassen sich das natürlich nicht zweimal sagen. Ich muss mit meiner Kamera jetzt richtig aufpassen in der ersten Reihe, denn einen Fotograben gibt's natürlich nicht. Es macht aber trotz einer sehr anstrengenden "Foto-Session" extrem Laune. Terror reißen ordentlich die Bühne ab. Sie haben nun auch schon ein wenig mehr Zeit als die Bands davor und schaffen so auch alle Songs wie "Live By The Code", "Keep Your Distance", "Spit My Rage" und "Keepers Of The Faith". Terror sind live eigentlich immer eine Wucht und wohl mittlerweile die Band mit den krassesten Pits.

Terror

Nach sechs Bands kommt jetzt der Headliner. Die Melodic-Hardcore Helden aus Orange County betreten die Bühne. IGNITE haben auch eine ganz frische Platte im Gepäck. "A War Against You" ist gerade erst herausgekommen und wird natürlich heute Abend gut präsentiert. Die meisten Songs am heutigen Abend sind trotzdem vom vorletzten Album "Our Darkest Days". Zwischendurch wird noch ein wenig über amerikanische Politik geschnackt, bzw. sich über Donald Trump lustig gemacht. Mit "Veteran" und "A Place Called Home" gibt's auch noch ein paar "alte Schinken". Für die recht soften Ignite Songs gehen die Fans aber immer noch ordentlich ab und die Crowdsurfer bleiben mittlerweile auch länger als fünf Sekunden oben. Kurz vorm Ende gibt's mit "Sunday Bloody Sunday" auch noch ein U2-Cover. Der Song "Bleeding" beendet dann den Abend.

Ignite

Das war mal wieder ein richtig anstrengender Abend, aber gefüllt mit einer Menge geiler Bands. Bis zum nächsten Jahr, Persistence Tour.


Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de