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Konzert: PRONG - 05.04.2016 - Berlin

Location: Bi Nuu
Support: Steak Number Eight, Man.Machine.Industry


Die Industrial Metal Legenden Prong sind auf Europa Tour und stellen ihr neues Album "X-No Absolutes" vor. Und auch wenn sie seit zehn bis 15 Jahren nicht mehr so sehr im Gespräch sind, sind sie für viele immer noch einer der Industrial Metal Bands schlechthin. Sie sind ja auch schon seit 1986 unterwegs.


Als Support starten MAN.MACHINE.INDUSTRY, die schon ein ordentliches Brett hinlegen. Das Projekt um Sänger/Gitarrist J. Bergmann legt eine Liveshow hin, die man von "Vorbands" sonst nicht gewöhnt ist. Hier werden Thrash Riffs mit einem ordentlichen Batzen Industrial gemischt. Die immer wieder auftauchenden Gitarrensoli gefallen mir richtig gut. Auch wenn der Club noch nicht wirklich voll ist, wird hier den Leuten schon gut eingeheizt. Ungewöhnlich viele Plectrums werden hier in die Menge geschmissen. Die meisten können dann unbesorgt vom Boden von den Zuschauern eingesammelt wären. Zum Ende springt der Bassist noch eine Runde vor die Bühne. Generell hat man den Eindruck, dass sich Man.Machine.Industry zum Ende immer mehr Mühe gegeben haben. Ich fand es sehr gut!

Man.Machine.Industry

Als nächstes kommen dann STEAK NUMBER EIGHT aus Belgien auf die Bühne. Die Jungs passen musikalisch nicht so wirklich ins heutige Line Up mit ihrem progressiven Post-Sludge Metal. Das scheint den mittlerweile gut gefüllten Club jedoch überhaupt nicht zu jucken. Ganz im Gegenteil, gerade durch ihre sehr experimentelle Spielweise und der damit verbundenen Bühnenpräsenz können sie das Publikum in kürzester Zeit überzeugen. Sänger und Gitarrist Brent Vanneste klettert auf der Bühne rum, springt immer wieder in die Menge und bringt die Leute trotzdem dazu, näher ranzukommen. Drummer Joris Casier schlägt auch wie ein Berserker aufs Schlagzeug ein. Generell flippt die ganze Band während des ganzen Konzerts einfach nur aus, bis dann immer wieder die ruhigen Momente kommen, die original immer wie "die Ruhe vor dem Sturm" wirkt. Das Publikum flippt auch immer mehr aus. Zum Ende ist Brent Vanneste mit seinem Micro-Ständer nur noch unten und zerschlägt auch noch eine Bierflasche an seiner Gitarre. Nebenbei hebelt sich schon das halbe Schlagzeug aus den Angeln. Und Ende. Was für eine Show.

Steak Number Eight

Jetzt ist der Club richtig Voll. Und PRONG betreten nach einem Einspielsong, bei dem neben der Bühne noch kurz zu getanzt wird, die Bühne. Nach den anderen Bands wirken Prong jetzt doch recht entspannt, haben aber den extremen Vorteil, dass jeder die Songs kennt. Gestartet wird allerdings mit "Ultimate Authority" von der neuen Platte, was trotzdem zu guter Bewegung führt. So sind von Anfang an die Leute von der Bühne bis zum Ende des Raums eng an eng. Ohne einen Fotograben kann das einzige beständige Mitglied und Kopf der Band - Tommy Victor - immer wieder mit seiner Gitarre von der Bühne schön in die Menge riffen. Die Menge richtet ihre Augen auch fast ausschließlich nur auf ihn. Die Drums knüppeln hoch erhoben immer wieder mit einem extremen Bass auf die Massen ein. Die meisten Songs werden vom Hit-Album "Cleansing" gebracht. So wird vor der Zugabe der Headbang-Hit "Snap Your Fingers, Snap Your Neck" geschmettert, der einen Chor vom ganzen Raum erzeugt. Insgesamt gibt es eine Songauswahl aus über 26 Jahren Prong. Das war mal wieder ein Konzert, das von der ersten bis zur letzten Minute absolut überzeugt hat. Vor allem war der Sound richtig gut und laut. Bei allen Bands.

Prong

Setlist - Prong
Ultimate Authority
Unconditional
Eternal Heat
Lost And Found
Beg To Differ
Rude Awakening
Turnover
Sense Of Ease
Cut And Dry
Broken Peace
Another Worldly Device
Whose Fist Is This Anyway?
Snap Your Fingers, Snap Your Neck

For Dear Life
Revenge ... Best Served Cold
Power Of The Damager


Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de