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Konzert: REBELLION TOUR - 09.03.2016 - Berlin

Location: SO36
Bands: Madball, Ryker's, Crown Of Thornz, Knuckledust, Tausend Löwen Unter Feinden, Last Hope

Madball packen - wie in schöner Tradition - eine Runde Hammer Bands ein und touren mit ihnen durch Europa zur Rebellion Tour. Und wieder ist eine gemischte Runde aus vier verschiedenen Nationen zusammen gekommen. Nur 25 Euro an der Abendkasse kostet der Spaß.


Den Start machen die Jungs von LAST HOPE aus Sofia, Bulgarien. Leider fängt es schon 18.30 Uhr an, wodurch ich dann nur noch die letzten beiden Songs mitbekomme. Die hauen aber dafür gut rein und es haben sich auch schon einige früher eingefunden. So steht die Band schon so früh nicht vor einem leeren Raum. Beendet wird mit der Granate "No Justice, No Peace".

Last Hope

Nach kurzer Pause kommt die einzige deutschsprachige Band des Abends auf die Bühne. TAUSEND LÖWEN UNTER FEINDEN haben nicht nur eine Menge zu sagen, sondern auch ihr Debütalbum "Machtwort" mit im Gepäck. Es hat sich auf jeden Fall schon eine gute Fantraube gebildet, die die Songs ordentlich mitsingen/grölen können. Es wird auf der Bühne eine super Show abgelegt. Die Jungs scheinen echt ambitioniert zu sein und haben ordentlich Spaß auf der Bühne, was super auf das Publikum überspringt. Gerade beim Song "Macht" fällt das extrem auf. Zwischendurch kommt dann auch noch Dennis von Ryker's auf die Bühne und singt eine Runde mit.

Tausend Löwen Unter Feinden

Jetzt kommt die Granate des Londoner Hardcore: KNUCKLEDUST. Die Jungs sind mittlerweile auch schon fast 20 Jahre im Geschäft. Der Pit geht jetzt schon richtig ab und sie schaffen es, noch mehr rauszuhauen. Schade ist, dass der Sound bei Knuckledust sichtlich nachgelassen hat bzw. stark übersteuert ist. Dadurch klingt vieles zwischendurch recht breiig. Die Gitarren-Soli kann man allerdings noch super raushören. Die machen solche Bands gerade in dem Genre auch besonders. Am 4. März erschien ihre neue Platte "Songs Of Sacrifice", woraus heute schon mal ein bisschen präsentiert wurde.

Knuckledust

Jetzt kommt etwas auf die Bühne, das man wohl eher selten zu Gesicht bekommt. CROWN OF THORNZ betreten die Bühne. Die New York Hardcore Band um Danny Diablo (Skarhead) a.k.a. Lord Ezec, kennt man hauptsächlich aus den 90er Jahren. Und man mag es kaum glauben, dass ich das noch erleben darf: es gibt eine Band, die mehr auf der Bühne quatscht als Suicidal Tendencies. Aber den alten Herren möge man das verzeihen. Immerhin ist es, wenn sie dann mal spielen, richtig geiler 90er Jahre Hardcore mit den schönen old school Hip Hop Einflüssen. Als Ersatz am Bass kommt Madball Gitarrist Brian "Mitts" Daniels, wohl der alten Zeiten wegen bei Skarhead. Insgesamt eine solide Show.

Crown Of Thornz

Auch mit aktueller Platte "Never Meant To Last" kommen jetzt die Kings des deutschen Hardcore auf die Bühne. Und RYKER'S gehen von Anfang an ab. Der doch sehr einschneidende Sänger-Wechsel hat sich nicht wirklich auf deren Bühnen-Performance ausgewirkt. Es wird in typischer Hardcore Manier mit dem Bass um die eigene Achse gesprungen und die ganze Fläche der Bühne ausgenutzt. Der "neue" Sänger Dennis (hat ja mittlerweile einige Live Shows mitgespielt) zeigt auch ordentlich Energie - so wird kurzer Hand für zwei, drei Songs aus dem Moshpit gesungen. Ryker's zeigen wieder mal, warum sie auch über den großen Teich mehr als bekannt sind und warum sie für Madball bei so einer Tour den Co-Headliner machen dürfen. Sound ist Top, Moshpit ist Top, Attitüde ist Top!

Ryker's

Nach recht langer Pause kommen dann die New York Hardcore Helden MADBALL auf die Bühne gestürmt. Und es geht direkt mit dem ersten Ton richtig ab. Da schaffen es Madball den Pit von Ryker's noch zu übertrumpfen. Jetzt werden auch vermehrt Stagedives gemacht. Aber wie kann man da auch nicht abgehen? Es werden überwiegend Songs vom Meilenstein Album "Demonstrating My Style" präsentiert, welches dieses Jahr 20 Jahre alt wird. Das gefällt natürlich jedem eingefleischten Madball-Fan. Madball ist nun mittlerweile eine der meistgesehensten Bands für mich (spielen ja auch gefühlt jedes halbe Jahr irgendwo) und trotzdem machen sie immer noch so einen riesen Spaß, dass man die noch einige Male sehen kann. Die Jungs haben auch immer noch so eine Energie, Wut und Freude auf der Bühne, was unglaublich ist. Beendet wird dann das Album mit "Pride (Times Are Changing)" (mein erster Madball Song). Worauf dann noch ein paar aktuelle Singles wie "Doc Marten Stomp" und "Born Strong" kommen. Ach, und Dennis von Ryker's kam als Vocal-Support auch mal wieder dazu - der hat auch gut gearbeitet heute Abend.

Madball

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de