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Konzert: SANTIANO - 19.02.2016 - Bremen

Location: ÖVB Arena


Es ist noch keine drei Monate her, dass SANTIANO zuletzt in Bremen Halt gemach haben. Und auch in der näheren Umgebung (Oldenburg, Hamburg) spielen die Nordlichter regelmäßig in der größten Hallen. Auch heute ist die Bremer ÖVB Arena wieder annähernd ausverkauft. Ob jung oder alt, ob Rocker oder Volksmusik-Oma - wenn Santiano in der Stadt sind, heißt es zwei Stunden lang Shanty-/Rock-Party.

Pünktlich gegen 20 Uhr startet die Show, wie immer (?) ohne Vorband und das Intro ("Over The Rainbow" von Israel Kamakawiwo'ole) versprüht anfangs eher Karibik-Feeling. Danach startet die Band unter tosendem Applaus mit "Lieder der Freiheit" (mit Mike Oldfield's "To France"-Melodie). Es geht weiter mit "Frei wie der Wind" und während der sympathisch-amüsanten Ansagen und Kurzgeschichten zwischen den Songs, werden von Fronter Björn Both auch mal kritischere Töne angeschlagen, insbesondere zum Thema "besorgte Bürger". Doch heute soll die unbeschwerte Party im Vordergrund stehen, die mit der Bandhymne "Santiano" ihren ersten Höhepunkt findet. Nun reißt es wirklich jeden von den Stühlen (an einen komplett bestuhlten Innenraum werde ich mich wohl nie gewöhnen), alles tanzt und klatscht, und beim folgenden "Auf nach Californio" ist die gesamte Arena der Chor. Gänsehaut! Mein persönliches, musikalisches Highlight der Band lässt ebenfalls nicht lange auf sich warten. "Bis in alle Ewigkeit (Walhalla)" (eine Adaption von "All You Zombies" von den Hooters) hält die nun konstant überragende Stimmung problemlos aufrecht. Bei "Rungholt" greift Sänger Björn zum Didgeridoo, während sich bei "Alle die mit uns auf Kaperfahrt" fahren, das Bühnenbild im Hintergund ändert (große Totenköpfe) und eine Pyroshow zum Einsatz kommt. Es folgen Hit auf Hit. "Gott muss ein Seemann sein", es regnet Papierschnipsel in der Halle, "Es gibt nur Wasser" (bei dem das Publikum gesanglich mit eingebunden wird) - und der offizielle Teil ist nach gut 90 Minuten zu Ende.

Zu Beginn der ersten Zugabe stehen auf der Bühne sieben Barhocker, auf der die Band (nebst Tour-Gitarristen und -Drummer) im Folgenden ein paar Songs akustisch vorträgt. "Fresenhof", "Blow Boys Blow", sowie der großartige irische Doppelpack "Whiskey In The Jar"/"Irish Rover".
Zur zweiten und finalen Zugaben werde riesige Bälle ins Publikum geworfen, die minutenlang in der Arena umherfliegen (erinnert irgendwie an so manchen Wacken-Gig). Mit "Kinder des Kolumbus", sowie der Hymne "Hoch im Norden" endet nach exakt 130 Minuten einmal mehr ein klasse Konzertabend.

Text & Foto: Marco Zimmer