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Konzert: SICK OF IT ALL - 17.03.2016 - Berlin

Location: SO36
Support: Broken Teeth, Crowned Kings


Sick Of It All feiern 30 Jahre! Und das mit einer ordentlichen Tour. Kaum eine andere Band steht so ausdauernd und kompromisslos für New York Hardcore. So werden selbst in Europa schon seit mehr als 20 Jahre die Bühnen bespielt. Unzählige Festivals und Clubs wurden hier schon mitgenommen. Genau dies ist auch der Grund, warum es immer noch so eine große und generationsübergreifende Fanbase gibt.

Als Support sind unter anderem die Aussies aus Melbourne CROWNED KINGS im Gepäck. Die haben es hier noch nicht allzu einfach, die Fans zu überzeugen. Kennt ja noch kaum jemand. Aber das soll sich mit der Tour ändern. Die Vierer-Combo brettert einen ziemlich metallischen Hardcore nach vorne. Teilweise klingt es wie eine Mischung aus Rise Of The Northstar (bloß ohne die Spielereien) und Hatebreed, aber doch noch zu punkig für die beiden Bands. So können Crowned Kings, trotz recht gutem Sound und Einsatz, die Zuschauer nur wenig zur Bewegung bringen. Aber wenigstens wird der Beifall von Song zu Song mehr.

Crowned Kings

Als nächstes kommen dann die hier schon weitaus bekannteren Engländer BROKEN TEETH. Die sind auch gleich mal mit einigen Cams aufgestellt - es soll wohl ein Musikvideo gedreht werden. Broken Teeth stehen ja für recht harte Pits, bei denen gerne mal mehrere Extremitäten durch die Gegend fliegen. Die heutigen Zuschauer sind allerding nicht allzu überzeugt. Fünf Leute tanzen mal ab und zu. Broken Teeth machen dagegen auf der Bühne richtig Terror und gehen richtig ab. Musikalisch sind da sehr viele langsame Parts. Von den Drums bis zu den Riffs ist es auch recht langweilig angehaucht. Insgesamt wird hier eine solide Show abgeliefert, zu der das Publikum wohl nicht so dazu passt.

Broken Teeth

Aber nach nun längerem Warten kommen die auf die Bühne, wegen denen wohl auch die meisten da sind. SICK OF IT ALL. Und gleich der Start könnte kaum mehr Power haben. So wird mit "Take The Night Off" gleich zum Anfang ein Pit provoziert, der von der Bühne bis zur Sound Ecke reicht, was im SO36 schon ein paar Meter sind. Wenn man auf die Bühne schaut, kann man gar nicht glauben, dass die Jungs schon 30 Jahre unterwegs sind. Gitarrist Pete Koller dreht sich gefühlt 20 Mal pro Minute um die eigene Achse, springt laufend hoch und nutzt auch noch die ganze Bühne. Sänger Lou Koller rennt auch von einer Ecke in die andere und schreit ins Mikro, was das Zeug hält. Drummer Armand Majidi und Bassist Craig Setari sind da dem Alter schon angepasster. Sie sind aber trotzdem voll aktiv. Auch die Songauswahl ist heute grandios, liegt wohl auch daran, dass recht lange gespielt wird. Am meisten gibt es vom Debüt "Blood, Sweat And No Tears", aber es sind auch sechs weitere Alben vertreten. So gibt's von "DNC", über "Uprising Nation" und "Death Or Jail", bis hin zu "Step Down" und "Us vs. Them" die komplette Sick Of It All Diskographie auf die Ohren. Das freut gerade das sehr gemischte Publikum, welches locker von Anfang 20 bis in die 50er reicht. Ich hab auch schon lange nicht mehr so einen Moshpit in einem Club erlebt, der die ganze Zeit von vorne bis hinten abgeht. So werden heute Abend fast 30 Songs auf die Fans gebrettert. Wenn das nicht mal eine schöne Geburtstagsparty war!

Sick Of It All

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de