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Konzert: MASTODON - 23.11.2017 - Leipzig

Support: Red Fang, Russian Circles
Location: Haus Auensee


Die progressiven Metal-Helden Mastodon sind wieder unterwegs und haben ein paar dicke Bands im Gepäck. Zum einen die wohl jüngste Kultband im Stoner - Red Fang - und dann noch die instrumentalen Virtuosen Russion Circles. Man kann sich also auf ein ordentliches Brett freuen. Für diese Dreiercombo fahre ich auch mal von Berlin nach Leipzig zum Haus Auensee. Eine Konzerthalle, die von Leipzig aus gesehen ziemlich weit draußen ist, kommt mir sehr zu gute. Kurz nach der Autobahnausfahrt ist man auch schon da. Also irgendwo in der Nähe vom Flughafen, mitten in einem Wald an einem See.


Pünktlich um 20 Uhr beginnen dann RUSSIAN CIRCLES in einer beeindruckenden Location mit schönem Bogen über der Bühne. Die drei habe ich leider bisher noch nicht live gesehen und ich kann mich jetzt zum ersten Mal von ihnen überzeugen. Nach kurzer Zeit wird klar: "Die sind fett!". Der Sound ist richtig gut. Bass, Gitarre und Schlagzeug (was für ein Schlagzeuger) funktionieren perfekt miteinander. Das Ganze hat viel mehr Druck und Dynamik, als von Platte. Die vier Songs, die sie in der kurzen Zeit von 30 Minuten schaffen, sind strukturell super aufgebaut und machen einfach nur Laune!

Russian Circles

RED FANG habe ich mittlerweile schon ein paar Mal mehr gesehen - sie machen aber immer wieder Spaß. So, wie auch viele andere, bin ich durch die genialen und humorvollen YouTube-Musikvideos Fan geworden. Leider lässt der Sound bei den ersten zwei, drei Songs noch zu wünschen übrig. Zum Glück regelt sich das dann aber schnell und man kann gut zu den Hits abgehen. Vom aktuellen Album "Only Ghosts" bleibt bei einer Spielt Zeit von 35-40 Minuten leider nur der Song "Files". Am meisten wird vom zweiten Scheibe "Murder The Mountains" präsentiert, wie "Wires", "Hank Is Dead" oder "Dirt Wizard" - das Album hat echt viele Hits. Und wieder beweisen Red Fang, dass sie einfach eine spitzen Liveband sind, die die Leute zum Tanzen bringen, auch wenn es hier heute Abend in Leipzig generell sehr wenig abgeht. Zum Ende kommt natürlich noch "Prehistoric Dog", einer der ersten Songs und wohl auch der coolste, mit dem besten Video.

Red Fang

Nach schon zwei spitzen Bands kommt jetzt auch noch MASTODON. Nach den recht kurzen Sets von Russian Circles und Red Fang hoffe ich, dass Mastodon dann doch ein wenig mehr als ein Stündchen spielen. Ich soll nicht enttäuscht werden. Der Sound ist mal wieder richtig gut, der Bass drückt derbe. Das einzig Negative ist, dass die Stimmen von Brent Hinds und Brann Dailer ab und zu ein wenig quikig rüber kommen, was dann aber schon jammern auf sehr hohen Niveau ist. Es wird mit acht Songs vom aktuellen Album "Emperor Of Sands" fast das komplette Album präsentiert. Trotzdem bleibt bei einer Stunde und 45 Minuten auch noch genug Zeit, ordentlich alte Hits zu spielen. Hier kommt ein Wechselspiel von den softeren neuen Songs, bis hin zu den sehr harten progressiven und sludgigen alten Songs. Ein sehr schöner Kontrast durch die abwechslungsreiche Diskographie von einer extrem vielseitigen Band. Der Großteil des Publikum scheint mit den aktuellen Songs mehr anzufangen können, zumindest wird hier kräftig mitgesungen und die Pits sind lebendiger. Ich bin aber froh, dass auch noch Songs wie "Mother Puncher", "Megalodon" und "Aqua Dementia" kommen. Eine sehr geile Zugabe gibt's dann noch zum Schluss, denn für die letzten sechs Songs kommt noch Scott Kelly (Neurosis) auf die Bühne, um eine Runde mitzuschreien. Insgesamt ein musikalisches Highlight des Jahres. Hammer schneidende Riffs, unglaubliche Drums und durch Scott Kelly dann mit vier verschiedenen Stimmen und verschiedenen Stilen eine super Abwechslung.

Mastodon

Setlist - Mastodon
The Last Baron
Sultan's Curse
Divinations
Ancient Kingdom
Ember City
Megalodon
Andromeda
Oblivion
Show Yourself
Precious Stones
Roots Remain
Mother Puncher
Steambreather

Scorpion Breath
Crystal Skull
Crack The Skye
Aqua Dementia
Spectrelight
Diamond In The Witch House


Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de