Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Konzert: PARADISE LOST - 09.11.2017 - Berlin

Location: Columbia Theater
Support: Pallbearer, Sinistro


Die Doom- und Gothic-Rocker Paradise Lost haben erst im September ihr aktuelles Album rausgebracht und gehen nun auf Tour. Mit im Gepäck: Die aufstrebende Doom-Band Pallbearer und die mir bisher unbekannten Sinistro. Es wird langsam kalt draußen und beim schnellen Reingehen bemerke ich noch kurz, dass die letzten paar Tickets an der Abendkasse für 38 Euro rausgehen.


Das Columbia Theater ist schon vor dem Beginn von SINISTRO recht gut besucht. Bis in der ersten Reihe stehen schon überall Leute. Das Quintett aus Lissabon/Portugal schlägt zu Beginn sehr ruhige Töne an. Sängerin Patricia Andrade singt zunächst erst noch ganz vorsichtig und zaghaft ins Mikro. Musikalisch wird es langsam schwerer und doomiger, aber immer wieder kommt man zu grundvollen Ambient-Strukturen zurück. Für mich wirkt es erstmal nur wie entspannte Hintergrundmusik. Schlagartig wird es härter. Bassist und Gitarrist gehen ab und schwanken mal nicht nur wie in Trance durch die Gegend. Sängerin Patricia macht ruckartige und zuckende Bewegungen. Nach kurzer Zeit ist es ruckzuck wieder entspannter Ambient.

Sinistro

Sinistro haben mich jetzt nicht so vom Hocker gerissen, aber umso mehr freue ich mich auf PALLBEARER. Eine moderne Doom-Band aus den Staaten, die sich vor fast zehn Jahren gegründet hat. Mit ihren progressiven und sehr langen Songs haben sie sich in den letzten Jahren einen guten Namen gemacht, auch hier bei uns. Ich habe sie das letzte Mal vor zwei Jahren beim Stoned From The Underground-Festival gesehen, auf dem sie mich gut beeindruckt haben. Komplexe Songs treffen eine Band, die man sich auch gerne auf der Bühne ansieht. Die Jungs gehen ordentlich ab und kneifen noch die meiste Zeit, vor Intensivität, ihre Augen beim Spielen zusammen. Mal entspannte Stoner-Klänge, mal harte Brecher und zwischendurch Gesang, der eigentlich nur zum Abrunden scheint. Die Songs würden auch ganz ohne funktionieren. Auch sie haben dieses Jahr erst ihr aktuelle Platte "Heartless" rausgebracht, die hier bei dieser großartigen Show vorgestellt wird.

Pallbearer

Als nächstes kommen dann PARADISE LOST auf die Bühne. Dass die Herren mit ihrem mittlerweile 15. Album schon eine Weile dabei sind, sieht man eindeutig beim Publikum. Dieses Publikum wirkt wie der harte Kern. Viel Merchandise ist überall zu sehen. Der Club ist spätestens jetzt brechend voll und höchstwahrscheinlich auch ausverkauft. Man kommt kaum mehr noch von A nach B. Auch sind die Fans stark dabei. Von Anfang bis Ende werden Paradise Lost auf der Bühne sehr lautstart bejubelt. Trotz der ganzen Oldschool-Fans spielen sie mit fünf Songs am meisten von der aktuellen Platte "Medusa", welche aber auch richtig gut sein soll. Ich hab sie selber noch gar nicht gehört, aber die hier vorgestellten Songs klingen schon mal top. Zudem kommen noch drei Songs von der letzten Scheibe "The Plague Within". Der Rest ist dann vereinzelt querbeet durch die Diskographie, wodurch es so zu einigen Genrewechseln kommt, die leider nicht immer gut tun. Insgesamt ist es aber ein starkes Konzert und offensichtlich bin nicht alleine mit der Meinung. Die Zugabe wird äußerst lautstark herbeigebrüllt.

Paradise Lost

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de