Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

Konzert: PERSISTENCE TOUR - 18.01.2017 - Berlin

Location: Kulturhaus Astra
Bands: Suicidal Tendencies, Agnostic Front, Municipal Waste, Walls Of Jericho, Down To Nothing, Burn, Mizery


Die Persistence Tour kommt wieder mit einem fetten Paket an Hardcore Bands durch Europa geballert. Von Underground bis Szene-Legenden ist bei sieben Bands wieder alles vertreten und das für rund 30 Euro. Leider startet es logischerweise bei sieben Bands etwas früher, so dass ich es nicht mehr schaffe, Mizery zu sehen.


Für mich geht es also erst mit BURN los, bei denen ich allerdings auch schon den Anfang verpasst habe. Egal, ohne zur Garderobe oder zur Bar zu gehen, erstmal gleich vor die Bühne um die Old School Jungs aus New York City nicht auch noch zu verpassen. Burn gibt es schon seit 1989, sie haben aber in der Zeit nur vier Veröffentlichungen geschafft und sind auf unserer Seite der Erdkugel auch nicht allzu bekannt. Nichtsdestotrotz scheinen hier einige Fans zu existieren. Hier gibt es auch richtig dicken Old School auf die Backen. Die Truppe ist sofort sympathisch, macht Laune und wirkt auch sehr authentisch.

Burn

Als nächstes kommen DOWN TO NOTHING auf die Bühne. Die Jungs aus Richmond, Virginia, hauen sofort ihren schön flotten Hardcore Punk um die Ohren. Das geht nach vorne, das groovt und hat eine ordentliche Portion Hardcore. Genauso gefällt mir das Genre am besten. Das sehen auch einige andere so, der erste richtige Pit startet und mal eine Runde mit ins Mikro schreien, trauen sie sich jetzt auch schon mehr. Die Band ist die wohl aktivste Band des Abends auf der Bühne - so viel wie hier durch die Gegend gesprungen wird, da kann kaum eine andere Band mithalten und auch mal beim vorletzten Song der Gitarrengurt reißen. Coole Show!

Down To Nothing

Während ich mich dann gerade auf der linken Seite der Bühne mit meiner Kameratasche auf WALLS OF JERICHO vorbereite, startet der Soundcheck für das Schlagzeug und bei der Bassdrum fliegt mir erstmal fast die Kamera aus der Hand. So zieht es sich dann das ganze Konzert lang. Mir kommt es vor, als ob Walls Of Jericho von Mal zu Mal mehr Bums bekommen. Wie eine "Hatebreed zum Quadrat"-Version wird hier mit dem Bass alles auseinandergenommen. Das sorgt natürlich automatisch dafür, dass es vor der Bühne heiß her geht. Jetzt gehen auch die Stagedives los und davon gibt es nicht gerade wenig. Auch das musikalische Niveau hat sich extrem weiterentwickelt und trotzdem knallen auch noch gerade Songs wie "The American Dream", aber halt auch noch mehr als auf Platte. Dickes Ding!

Walls Of Jericho

Als nächstes kommen dann endlich die großartigen MUNICIPAL WASTE. Rein musikalisch neben Down To Nothing mein Highlight des Abends. Nicht nur das aktuelle Anti-Trump-Shirt der Band macht sie so sympathisch, auch, dass der Pit so schön durchwachsen ist, wie bei keiner anderen Band. So viele Circle Pits es hier gibt, gibt es nirgends sonst. Das schöne bei Municipal Waste ist, dass man nicht schön abgehen kann zu den flotten Riffs und Beats, sondern wenn man am Rand steht, auch richtig gut lachen kann. So passiert es, dass sich ein Crowdsurfer gerade so auf die Bühne kämpft und erstmal hinter den Monitorboxen herumliegt. Diese Gelegenheit lässt sich Tony Foresta natürlich nicht entgehen und springt erstmal schön von einer Monitorbox Wrestling-mäßig mit einem Legdrop auf den Typen rauf. Immer wieder Geil! "Municipal Waste is gonna fuck you up!".

Municipal Waste

Die nächsten sind dann auch schon keine geringeren, als die New York Hardcore Legende AGNOSTIC FRONT. Bei den mittlerweile älteren Herren geht es auf der Bühne natürlich nicht mehr so ab, allerdings ist die treue Fancrowd natürlich unbezahlbar. Bei Hits wie "For My Family" kann auch mal der komplette Saal mitsingen. Stigma springt währenddessen wie immer mit einem breiten Grinsen über die ganze Bühne. Bei Roger Miret fehlt leider des öfteren mal die Stimme, was zum Glück die ziemlich textsichere Crowd wieder wettmachen kann. So reißt ein Fan auch mal flott dem Roger das Mikro aus der Hand und singt erstmal alleine weiter. Das geht so lange, bis ihm der einer der Security das wieder abnimmt. Richtig lustig der Abend schon wieder, wenn man solche Spezies mit von der Partie hat. Trotzdem ist der Sound gerade nach den letzten beiden Geschossen leider eher dürftig.

Agnostic Front

"What the hell (Fuck) is going on around here?"… so beginnt der krönende Abschluss mit der Westcoast Legende SUICIDAL TENDENCIES. Der Sound bei den alten Skatern ist spitze und auf der Bühne wird auch noch gut herumgesprungen. Neben "You Can't Bring Me Down" werden natürlich auch noch Songs wie "War Inside My Head", "Possessed To Skate", "Trip At The Brain" und "I Saw Your Mommy" gespielt. Die Gitarrenriffs von "Dean Pleasants2 sind immer noch derbe gut. Und Mike Muir setzt immer noch richtig viel Power in seinen skurrilen Tanzstil. Die sonst neue Besetzung macht sich aber auch top, gerade bei Dave Lombardo an den Drums freut sich das Musiker Herz. Manche Songs werden hier live leider etwas lang gezogen, und dass bei der relativ kurzen Spielzeit - trotzdem ist es eine Hammer Show und eine richtig positive Überraschung, dass die noch so fit sind!

Suicidal Tendencies

Alles im allem war es wieder ein richtig dicker Abend, der da zusammengezimmert wurde - ich freue mich schon aufs nächste Jahr!


Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de