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Festival: WITH FULL FORCE

Neues Gelände, neue Bühne, neue Bewährungsprobe. Das With Full Force musste nach Ferropolis umziehen, zu einem der bekanntesten Festivalgelände der Region, aber auch nicht eins der größten. So musste sich das With Full Force erstmal den logistischen Gegebenheiten anpassen.

Donnerstag, 22. Juni

Ich komme mitten in der Nacht beim Gelände an, bei dem es anscheinend erstmal ein paar Kommunikationsprobleme bei den Ordnern gibt. Nach kurz etwas Rumlaufen und ein paar Ordnern später, ist dann aber alles geklärt. Die Zeltplätze sind dezentraler als die letzten Jahre. Es gibt nicht mehr zwei große Zeltplätze, sondern mehrere kleinere. Der Weg vom Zeltplatz zum Festivalgelände beträgt gute zwei, drei Kilometer, dafür gibt es Shuttlebusse. Bei unserem ersten Weg am Mittag zum Gelände, wollen wir aber im schönen Wetter hinlaufen. Die Strecke geht zum größten Teil am See lang, zu dem es auch Badestellen gibt.

Meine erste Band ist dann die erste auf der Mainstage. AVATAR sind in der letzten Zeit sehr bekannt geworden. Ich kenne sie auch noch nicht lange, finde aber schon die Musikvideos spitze. Musikalisch haben sie auch einen sehr eigenen Stil. Ich würde sagen, eine Mischung aus Industrial, Alternative und Melodic Death Metal. Live ist der Sound schon mal super und die Show noch mehr. In ihrem einheitlichen Zirkus-Statisten-Aufzug werden die langen Haare durch die Gegend geworfen, dass sie fast einen Meter über dem Kopf schwingen und das passiert auch noch schön synchron. Sänger Eckerström legt auch eine super Performance hin mit seiner Gestik und Mimik. Macht richtig Spaß zuzuhören und zuzuschauen.

Avatar

Als nächstes kommen dann WOLF DOWN im Hardbowl, die einen ordentlichen Hardcore nach vorne zimmern. Vor ein paar Jahren habe ich sie noch mit Larissa in einem kleinen Berliner Club als Vorband das erste Mal gesehen. Seit dem sind noch ein paar Male gefolgt. Ordentlich bekannt sind sie auch geworden, jetzt mit Dave am Mikro und mehr Metal im Sound, haben sie schon Stick To Your Guns oder Boysetsfire auf deren Tour supportet. Dieses Jahr sind auch einige Festivals wieder dabei. Ordentlich politisch und ohne wischi-waschi geht's hier straight in your face. Der Sound der Combo ist richtig fett geworden und die Performance auf der Bühne ist auch absolut stimmig. Im Hardbowl-Zelt ist es am frühen Nachmittag schon richtig voll. So kompromisslos und trotzdem wachsende Fanzahlen. Daumen hoch! Dann kommt leider auch schon der Abbruch.

Wolf Down

Große Unwetterwarnungen zwingen das With Full Force das Festival vorübergehend zu unterbrechen. Die Fans werden gebeten zu ihren Autos und Zelten zurück zu gehen. Kaum fünf Minuten später fängt auch schon ein derber Hagelsturm an. Kein WFF ohne Wetterextreme. Wir schützen uns hinter einer Häuserwand und springen nach 15 Minuten in den nächsten vollen Shuttlebus. Gequetscht im Bus ist trotzdem super Laune bei den Fans. Es wird gesungen und gelacht. Auf dem Zeltplatz warten wir auf weitere Infos von den Ordnern, ob und wann es wieder weitergehen soll. Ca. zwei Stunden später kommt dann die Nachricht, es geht weiter, alle Bands sollen heute noch bis in die Nacht auftreten. Als wir ankommen, kann man schon Deez Nuts hören. Der große Bildschirm der Mainstage hängt unten am Boden. Bei dem werden dann auch bald die neuen Zeitpläne gezeigt. Kurze Zeit später kommen dann Toxpack auf die Bühne, die aber auch gleich wieder verschwinden. Jetzt kommt der Veranstalter. Heute wird niemand mehr spielen. Es wurde sich die ganze Zeit beraten, aber die Wetterwarnungen seien zu groß. Es wird sich in aller Form entschuldigt und gehofft, dass morgen wieder alles vorbei ist. Die Fans jubeln trotzdem und finden das Statement super.

Freitag, 23. Juni

Der Freitag ist für mich wohl der bunteste Tag. Was für eine Genre-Vielfallt. Gestartet wird mit den Tschechen SPASM. Die Goregrind Band sorgt sofort für ordentlich Stimmung vor der Bühne. Sänger Sam hat einen weißen Umschnalldildo im Gesicht kleben und einen leuchtend grünen Mankini an. Was für ein Bild. Mit dicken Grinddrums und Schweinchen-Gegrowle geht die Dreier-Combo ohne Gitarre ab. Im Pit gibt es neben lustigen Kostümen einen Circle-Pit, der bald von Anfang bis Ende durchgeht, ohne dass auch nur einmal "Circle-Pit, Circle-Pit" gesagt werden musste. Die Leute haben sichtlich Spaß um 13 Uhr am frühen Nachmittag. Die Vocals grooven so vor sich hin und man ist immer wieder erstaunt, wie man sowas mit dem Mund hinbekommt.

Spasm

Ich habe dann das erste Mal ein Stündchen Pause, in dem ich mir mal den Strand direkt am Festival Gelände anschaue. Nicht schlecht. Von der neuen Big Wheel Stage ist man innerhalb von ein paar Minuten im Wasser. Generell hat man heute mal Zeit, das neue Gelände wahrzunehmen. Fetzt schon sehr! Die alten Tagebau-Kräne ragen in den Himmel und außen herum ist der See.

Jetzt geht es mit VAL SINESTRA auf der Big Wheel Stage weiter. Die erste Band auf der Bühne. Die Berliner machen eine Mischung aus Hardcore-Punk, Pop-Punk und einer Schippe Rock'n'Roll. Es wird auf Deutsch gesungen und es gibt einprägsame Hooks. Alle Vier gehen auf der Bühne richtig ab. Ob Säsh an den Drums seine wunderschöne Glitzerhose präsentiert, Sören und Max an der Gitarre und Bass über die ganze Bühne rennen, die weit größer ist als gedacht, oder Chris, der mit seinem ewig langen gelben Mikro-Kabel mit den Fans vor der Bühne herumspringt. Diese Energie wird sofort von den Leuten vor der Bühne aufgefangen und in eigene umgewandelt. Sehr emotianal und romantisch wird dann auch noch kurz vorm Ende. Bassist Max macht seiner Freundin von der Bühne aus einen Antrag. Sie hat natürlich Ja gesagt. Sehr Coole Show und schöne Lockerheit.

Val Sinestra

Was für ein Auftakt. Als nächstes kommen die Hamburger SWISS & DIE ANDERN, die mit ihrem Rapcore/Punk einen ordentlichen Kontrast im Line Up bilden. Trotzdessen hat sich im Hardbowl eine ordentliche Traube gebildet. Hier gibt es zu den Riffs und Drums noch Beats von den Turntables. Die Party geht gut ab. Es gibt die ersten Crowdsurfer. Die politischen Ansagen und Songs werden gut gefeiert. Swiss & Die Andern haben aber auch genug Hits dabei, die die Fans natürlich super mitsingen können. Auf der Bühne geht es auch gut ab. Swiss springt vor der Bühne von Box zu Box und macht ordentlich Stimmung. Echt nicht meine Musik, aber kann man sich schon mal angucken.

Swiss & Die Andern

Direkt zum Anschluss gibt es auf der Mainstage auch schon "die meiste Band der Welt". Lange habe ich die Jungs von KNORKATOR schon nicht mehr gesehen und freue mich richtig drauf. Knorkator ist eine einzigartige Band in der Deutschen Band-Landschaft. Wer sie schon ein paar Mal gesehen hat, wird das wohl unterschreiben. Humorvolle Texte, qualitative Musik und immer wieder eine andere lustige Bühnenshow. Neben einem Ganzkörpertarnanzug, gibt es viele Wasserbälle, menschliche Pyramiden im Pit und vieles Weitere. Der Sohn von Stumpen kam auch mal kurz auf die Bühne. Und schön viele alte Songs zum Mitsingen waren dabei. Das hat mal wieder Spaß gemacht.

Knorkator

Gleich im Anschluss kommen auch schon KVELERTAK. Die Jungs mit den drei Gitarren sind wohl die Senkrechtstarter der letzten Jahre aus Norwegen. Vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp, gehören sie jetzt schon zu den großen europäischen Metal-Bands. Mit ihrer breiten Mischung aus Punk, Stoner, Rock'n'Roll, Black Metal und einigem mehr, haben sie sich Fans aus verschiedensten Genres geholt. So natürlich auch beim With Full Force. Vor der Bühne ist es richtig voll. Sänger Erlend Hjelvik kommt aber mal mit einer nicht ganz so echten Eulen-Maske auf die Bühne. Die Show auf der Bühne ist trotzdem wieder spitze. Den Sound hatte ich aber das letzte Mal besser in Erinnerung. Die Gitarrenriffs lassen sich nicht so differenziert heraushören. Generell klingt es etwas matschig. Die gesamte Show macht trotzdem derbe Spaß!

Kvelertak

Gleich danach kommt auch schon mein Headliner des Wochenendes. MINISTRY betreten die Bühne. Und eine derbe Bass-Show geht los. Ich stehe im Fotograben und während ich so Fotos schieße, katapultiert der Bass meinen Magen 20 Meter hinter mir in den Pit. Der ganze Körper vibriert. Noch nie habe ich Musik so mit dem Körper gespürt. Bei meinen letzten Ministry Konzerten war ich wohl nicht so weit vorne, denn richtig laut war es schon immer. Al Jourgensen wirkt zudem auch fitter, als noch vor paar Jahren. Er muss sich nicht mehr nur am Mikro-Ständer festhalten und läuft sogar quer über die Bühne. Scheint gut zu tun, das gesündere Leben. Es ist sogar ein neues Album in Sicht. Der neue Song "Antifa" wird hier vorgestellt und prägt sich auch sofort ein. Spätestens bei "Just One Fix" spring ich dann wie ein Flummi durch die Gegend. Was für eine Show und was für Sound. Für mich der Headliner!

Ministry

Stark geht's danach auf der Main Stage weiter. Nach vielen Jahren Abstinenz auf dem WFF, treten die DROPKICK MURPHYS auf. Die Jungs aus Boston haben mir mein erstes Konzert beschert und meinen ersten Pit! So freue ich mich immer besonders, wenn sie spielen. Von den alten Songs kann ich auch noch ziemlich alles mitsingen und es macht einfach nur Spaß. Da bin ich aber anscheinend auch nicht der Einzige. Eine Band wie die Murphys schaffen es, Fans aus aller Couleur vor der Bühne zu versammeln. Ein buntgemischter Haufen, wie es sein soll. Die Songs vom neuen Album reißen mich leider nicht mehr wirklich vom Hocker und generell ist die Setlist nicht mehr das, was sie mal war. Kein "Dirty Glass", "The Gauntlet", "Walk Away", usw. mehr. Gute Laune bereitet es einem trotzdem noch. "Shipping Up To Boston", "State Of Massachusetts" und "Johny, I Hardly Knew Ya" sind ja noch da.

Dropkick Murphys

Danach geht es zu TRIPTYKON auf die Big Wheel Stage. Von der Band um Thomas Gabriel Fischer und die quasi Nachfolgeband von Celtic Frost habe ich selber noch gar nicht wirklich viel mitbekommen. Also ich bin gespannt. Gefällt mir ganz gut. Schön düster, schwer und atmosphärisch. Zum ersten Mal gibt es auch eine schöne Nebel-Lichtshow-Combo zu sehen. Hier schaffe ich diesmal nicht so viel zu sehen, dDa ich zu In Flames recht pünktlich sein will und das alles ganz schön knapp ist.

Triptykon

Nachdem ich mir kurz ein Bier hole und auf Toilette gehe, fangen dann IN FLAMES auch schon an. Der große Betonplatz von der Mainstage ist jetzt richtig voll. Ich war jetzt noch nie der große In Flames-Fan, will sie mir aber auch mal aus der Nähe anschauen. Ich habe sie bisher nur einmal weit weg vom Bierstand gesehen. Der Fotograben ist richtig voll, man kommt kaum irgendwo durch. Es gibt schon zu Beginn viele Crowdsurfer. In der ersten Reihe schwingen die Haare durch die Luft. In der zweiten Reihe werden Handys in den Himmel gehalten. Also, es gibt genug Fans, denen es richtig gefällt. Ich finde es allerdings recht langweilig. Lichtshow ist okay, aber wenn ich an die üblichen Headliner Shows denke, eher unspektakulär. Musikalisch fängt es mich leider genauso wenig, wie von CD. Naja, auf jeden Fall gibt es aber genug Leute, die gut feiern.

In Flames

Vom Headliner kam ich dadurch recht früh zur Knüppelnacht los und kann mich vor NAPALM DEATH noch eine Runde entspannen. Napalm Death hatte ich erst Anfang Mai wieder gesehen und sie waren wieder derbe gut. Und das sind sie heute Abend auch wieder. Obwohl ich glaube, dass sie sich auf der Bühne noch mehr bewegen, als beim letzten Mal. Ich sehe sie generell bald einmal pro Jahr und jetzt sogar noch öfter und es wird nicht langweilig. So viel Power, so viel fetter Sound, so viel Wut und das immer noch nach so vielen Jahren. Ich bin von der Energie immer wieder beindruckt. Nicht nur, dass das letzte Album richtig gut ist, live sind Napalm Death einfach eine Macht!

Napalm Death

So, das war ein sehr anstrengender und doch schöner Festivaltag. Jetzt bringe ich erstmal die Kamera weg und trinke noch ein, zwei Bier.

Samstag, 24. Juni

Der dritte Tag bricht an und man kann schon langsam ein Fazit geben. Das Gelände ist echt spitze, gerade abends kommen die Kräne während der Shows richtig gut. Einen See zum Baden hat man auch nicht überall. Sound ist bei den Bands, die ich bisher gesehen habe, immer Top gewesen. Von den Shuttlebussen könnten es zu Stoßzeiten ein, zwei mehr sein und das Catering vom Ferropolis ist nicht das gewohnte geile Abwechslungsreiche aus den Vorjahren. Wo bleibt der Tequila Bus? Wenn die zwei Sachen zum nächsten Jahr behoben werden, wird es echt geil.

Der Samstag ist zum Glück etwas entspannter und beginnt mit der melodischen Hardcore Punk Band WISDOM IN CHAINS aus Pennyslvania. Schon öfter gesehen, freue ich mich auf die sympathische Combo. Coole Ausstrahlung, coole Attitüde und coole Mucke. Die Jungs haben in den meisten Songs coole melodische Hooks zum Mitsingen, die auf rotzigen Hardcore Punk treffen. Genau die richtige Mucke für kleine, verschwitzte Clubs. Aber auch auf der recht großen Zeltbühne im Hardbowl geht es zum frühen Nachmittag schon ganz gut ab. Perfekt zum Einstimmen auf den letzten Festivaltag. Es gibt schon gleich Crowdsurfer und die verspielten Gitarrenriffs, die auch die Langhaarigen begeistern.

Wisdom In Chains

Danach geht es dann weiter mit den schwedischen Heavy Rocker von BOMBUS. Eine Band, die ich in den letzten paar Jahren ca. fünf Mal gesehen habe. Hier gibt es eine schöne Mischung aus Rock'n'Roll und Stoner mit ordentlich Heavy Riffs. Alle drei an den Saiten singen und verstehen es perfekt, die Haare synchron zur Mucke schwingen zu lassen. Schwere Riffs und einprägsame Vocals à la "schreit mit und hebt die Pommes-Gabel in die Luft". Genau das Richtige auf einem sonnigen Nachmittag auf der Big Wheel Stage am Strand.

Bombus

Nach so einem Schmarrn muss es jetzt erst mal das Niveau voll werden. Aber auch dafür hat das With Full Force die richtige Band am Start. DIE KASSIERER sind an der Reihe. Mit Hits wie "Blumenkohl am Pillemann" und "Das Schlimmste, ist wenn das Bier alle ist", kommt auch mal Musik für die Akademiker unter uns. Bei solch gehobener Musik, muss man auch nicht wie die anderen auf der Bühne herumspringen. Sänger Wölfi sitzt die meiste Zeit auf seinem Stuhl und zeigt beim Ablesen der Songtexte, wie gut er singen kann. Ich würde wohl niemals ein Konzertticket für Die Kassierer kaufen, aber auf Festivals habe ich sie noch nie verpasst. Irgendwie doch immer wieder lustig.

Die Kassierer

Mit COMEBACK KID kommen dann auch schon die nächsten Melodic Hardcore Punk Kids an den Start. Hier ist allerdings nochmal eine Runde mehr Mitgrölen angesagt. Schon gleich zum ersten Song steigt Sänger Andrew Neufeld von der Bühne herunter, um die Leute ans Mikro zu lassen. Das lässt man sich im Pit natürlich nicht zwei Mal sagen. Die Leute vor der Bühne und auch auf der Bühne haben sichtlich Spaß. Bassist Ron Friesen bekommt sein Grinsen gar nicht mehr weg. Auch hier sind wieder jede Menge Crowdsurfer unterwegs und auch ein ganz Nackiger (wahrscheinlich noch vom Kassierer Konzert) findet im Pit seinen Weg. Die Stimmung könnte wohl nicht besser sein.

Comeback Kid

Die nächste Band bringt mich zum ersten Mal zur kleinsten Bühne des Festivals. Die Metal Hammer Stage. Hätte es gewisse Überschneidungen nicht gegeben, wäre ich wohl schon häufiger hier gewesen, aber solche bleiben auf großen Festivals halt nicht aus. EXCREMENTORY GRINDFUCKERS laden zum Tanz und locken mich sogar weg von Terror auf der Main Stage. Die Grindfuckers sind eine Band, die ich gefühlt schon ewig kenne, aber noch nie geschafft habe, live zu sehen - also ist die Entscheidung recht einfach. Und das lohnt sich alle Mal! Was für eine Laune die machen, hier bekomme ich das Grinsen nicht von meinem Gesicht. Sehr sympathisch.

Excrementory Grindfuckers

Als nächstes kommen ARCHITECTS, die bisher wohl die beste Lichtshow im Zelt haben. Mit ihrem Post Stil vom Metalcore und Mathcore sind sie eine die wenigen Bands aus dem Genre, die ich echt ganz gerne sehe. Die Performance ist richtig gut und musikalisch sind sie auch nicht so eintönig und langweilig, wie diverse Genre Kollegen. Muss wohl daran liegen, dass sie aus Brighton kommen. Das Zelt ist richtig voll und draußen wird es gerade dunkel. Die perfekte Stimmung bietet das Licht für atmosphärische Crowdsurfer, die während der langsamen Parts über die Menschen hinweg gleiten. Da kommt es einem ab und zu vor wie in einem Musikvideo mit einem Slowmotion Konzert. Sehr coole Show!

Architects

KREATOR sind die Headliner des Abends und ballern schon gleich zu Anfang eine derbe Show ab. Es gibt riesige Konfetti-Kanonen, Bengalos und ordentlich viel Feuer. Von der Show merkt man sofort, das ist der Headliner des Wochenendes. Da kommen die anderen Bands nicht dran. Es wird nach einem Intro mit "Hordes Of Chaos" losgeballert. Es wird viel vom neuen Album gespielt, wie "Gods Of Violence", "Satan Is Real" und "Fallen Brothers", aber für die ganzen alten Hits wie "Pleasure To Kill" und "Violent Revolution" ist auch genug Zeit. Für mich sind Kreator gerade jetzt in den letzten Jahren eine der größten Thrash Metal Bands geworden. Sie machen konstant weiter ohne Qualitätsverlust. Der Sound und die Stimmung ist top. So voll wie bei In Flames ist es aber leider nicht, für mich unverständlich. Nach der Hälfte begebe ich mich dann auch mal in den Pit, da war ich dieses Wochenende noch gar nicht so richtig.

Kreator

COMBICHRIST bilden für mich dann den Abschluss des Festivals und laden nochmal gut Publikum ins Hardbowl Zelt zur Saturday Night Fever Party ein. Hier gibt es ordentlichen Party Industrial Metal à la Rob Zombie oder alte Marilyn Manson Sachen. Die alten Sachen von Combichrist sind aber Industrial/EBM-lastiger à la KMFDM. Scheint den Leuten gut zu gefallen. Mir auf alle Fälle. Solche Bands bilden generell einen schönen Kontrast im übrigen Line Up. Die Bühnen Performance haut auch nochmal gut rein. Da geht es hier kurz vorm Festival Gelände nochmal richtig ab. Was für eine Show!

Combichrist

Ich bin echt fertig, bringe meine Kamera weg und begebe mich nochmal nach vorne, die letzte Band des Festivals angucken. Atari Teenage Riot legen auf, das kann nur gut werden.

Das war mal wieder ein Hammerwochenende! Ich freue mich schon auf die ersten Bestätigungen im Dezember und hoffe, dass der abgebrochene Donnerstag nicht zu viel Miese gemacht hat.

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de