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Konzert: NAPALM DEATH - 06.04.2018 - Berlin

Location: SO36
Support: Bloodbeat, Übergang


Alle Jahre wieder reißen die Engländer die Clubs auf dem europäischen Festland nieder. Napalm Death stehen nun schon seit fast 30 Jahren auf der Bühne und haben unzählige Alben rausgebracht. Und der Zug fährt weiter. So eine Show gehört natürlich ins schöne SO36.


Als Support gibt es zum einen BLOODBEAT, eine recht junge Death Metal Band aus Berlin, die ihr Handwerk auf jeden Fall versteht. Sie können ziemlich schnell alle Leute, die sie noch nicht kennen, überzeugen und so auch mich. Nicht der einfallsreichste Name, aber den sollte man sich merken. Hier gibt es richtig schönen sauberen Death Metal ins Gesicht. Der Groove ist flott und geht gut nach vorne. Die Vocals sind cool und die Songs recht abwechslungsreich. Kein langweiliges Einheits-Gewäsch. Zudem schaffen es die Jungs mit ihrem Auftreten auf der Bühne auch schon recht gut, als erste Band die Leute mitzureißen. Nicht schlecht.

Bloodbeat

Die zweite Support Band im Bunde war auch schon letztes Jahr dabei, wo ab und zu auch noch einige mehr Bands dabei waren. ÜBERGANG sind auch erst seit 2014 am Start und machen … keine Ahnung. Also es hat irgendwas mit Metal zu tun. Das Genre kann ich hier nicht wirklich identifizieren, was erst mal ein cooles Zeichen ist. Es gibt deutschsprachige Vocals zu den Songs, mit denen ich nicht wirklich viel anfangen kann, also mit der Stimme. Klingt so pseudo Böse. Naja, musikalisch kommen die aber ganz gut, auch wenn sie nicht ganz ins Programm passen.

Übergang

Vorbands sind mir heute aber eh relativ egal, denn es spielen NAPALM DEATH. Es gibt so eine Hand voll Bands, vor deren Live-Agilität im Verhältnis zum Alter und wie viel getourt und produziert wird, ich echt Respekt habe. Napalm Death sind logischerweise eine davon. Nachdem vor Kurzem auch erst ihre Kollektions-Platte aus den letzten rund zehn Jahren rauskam, gibt es heute auch ein besonderes Set. Außer ein paar Ausnahmen werden nur Songs gespielt, die sonst nicht im Standard Repertoire sind. Aber keine Angst, die Hits wie "You Suffer", "Suffer The Children", "Nazi Punks Fuck Off" und mittlerweile auch "How The Years Condemn", sind schon am Start. Bei über 23 Songs ist ja aber auch genug Platz, in der Setlist ordentlich was herumzutauschen. Die Show macht mal wieder richtig Spaß, die Fans gehen ab, Barney geht ab, genügend Stagedives. Ein Konzertbesucher älteren Jahrgangs zieht sich auch erstmal auf der Bühne aus und während ihn bei anderen Konzerten schon die Securities heruntergeschmissen hätten, fragt Barney nur mit seinem sympathischen Akzent ins Mikro: "Die Frage ist warum?". Ach, was für eine sympathische und fette Band. Gerne jedes Jahr wieder! Die Jungs werden einfach nicht langweilig.

Napalm Death

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de