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PERSISTENCE TOUR - 18.01.2018 - Berlin

Bands: Hatebreed, Madball, Terror, Power Trip, Born From Pain, Broken Teeth, Insanity Alert
Location: Kulturhaus Astra


Die Persistence Tour kommt wieder mit einem fetten Paket an Hardcore Bands durch Europa geballert. Von Underground bis Szene-Legenden ist bei sieben Bands wieder alles vertreten.

Pünktlich um 18 Uhr starten die Jungs aus den Alpen, INSANITY ALERT, mit ihrem Crossover Trash und sie sind eine von zwei Bands, die nicht so ganz sauber ins Line-Up passen, aber das hat die Tour ja schon immer ausgemacht. Vor knapp einem Jahr hab ich die energiegeladenen Ösis schonmal in einem kleineren Club gesehen und wurde voll überzeugt. Hier in der großen Halle ist das da schon etwas schwieriger, aber von Song zu Song gibt es immer mehr Applaus. Die Jungs können mit ihrem Humor und flotten Riffs wieder super überzeugen. In diesem Sinne: "Run to the Pit, mosh for your life!".

Insanity Alert

Als nächsten kommen dann BROKEN TEETH auf die Bühne. Die abgedrehten Jungs aus UK sind mittlerweile in der Hardcore Szene schon recht bekannt. Die habe ich auch erst vor ca. ein oder zwei Jahren gesehen und war leider überhaupt nicht überzeugt. Sie haben immer wieder coole flotte Parts, die mir gut gefallen, aber sobald es für mich anfängt abzugehen, wird es wieder runter gebrochen auf langsame Beats, bei denen die Leute schön von links nach rechts laufen können. Der Sänger flippt gut aus auf der Bühne, was mitreißt, hat aber gefühlt auch nur fünf Textzeilen pro Song. Der Drummer könnte vielleicht länger schneller spielen, wenn er nicht eine Winterjacke anhätte. Na ja, ihre Fans und Daseinsberechtigung scheinen sie zu haben - ich werde da wohl nicht mehr rankommen.

Broken Teeth

Dann kommen die Niederländer BORN FROM PAIN auf die Bühne. Sie gehören zu den ersten Hardcore Bands, die ich überhaupt gesehen habe, als ich in das Genre reinrutschte und seitdem immer mal wieder alle zwei Jahre gesehen habe. Sie reißen mich nicht mehr so stark wie früher mit, ich freue mich trotzdem immer wieder auf eine grundsolide Show, die ordentlich nach vorne klatscht. Nicht sonderlich kreativ, aber voller Energie und Gewalt. Also eigentlich genau das, was man für eine gute Hardcore Show braucht.

Born From Pain

Als viertes in der Runde kommt dann mein Highlight des Abends und die zweite Band, die nicht so ganz in den Rahmen passt. POWER TRIP ballern mit ihrem bösen Crossover gut und böse weg. Thrashig flotte Songs, schöne Grooves und eine schöne, düstere und dreckige Stimme mit ordentlich Hall. Die Texaner habe ich auch erst vor ca. einem Jahr das erste Mal gesehen und wurde positiv überrascht. Das geht nach vorne, groovt, wird nicht langweilig und die Leute auf der Bühne haben deutlich Spaß und verstehen auch noch was von ihrem Handwerk. Leider ist der Sound im Astra nicht der Beste heute Abend, was bei Power Trip für mich nochmal bedauerlicher ist. Es wird wieder eine Hammer Show hingelegt und die 30 Minuten Spielzeit sind bei der Band leider viel zu kurz. Na ja, wird bald schon noch eine Headliner-Tour von denen kommen.

Power Trip

Als nächsten kommen TERROR auf die Bühne. Die Band, die wohl in ihrer Bandgeschichte am meisten Shows zerlegt hat. Selbst mit Fotograben vor der Bühne lassen es sich die Fans nicht nehmen, ununterbrochen herüberzuklettern um zu stagediven. Dafür stehen ja bekanntlich auch die Terror Shows - ordentlich ausrasten und unendlich viele Stagedives. Terror kommen nun schon seit einigen Jahren bestimmt auch schon bald ein bis zweimal nach Europa zum touren und ziehen immer noch zig Leute zu ihrer Party an. Auch bei Terror gilt: schade, dass es nur eine halbe Stunde ist, aber trotzdem, was für eine Live-Band! Immer wieder stark.

Terror

Langsam wird der Abend anstrengend, aber von sieben Bands bleiben jetzt nur noch zwei. MADBALL kommen auf die Bühne gerannt. Die kann ich mir live immer wieder geben. Die Vibes, die Sänger Freddy rüberbringt, sowie die coolen Ansagen, machen die Hardcore Helden immer sympathischer. Schön ist es bei den ganzen guten neuen Songs, bei einem relativ kurzen Set von 45 Minuten, trotzdem alte Songs wie "Set If Off" oder "Heavenhell" zu hören. Immer wieder eine Party mit den Jungs. Freddy sprintet immer noch über die ganze Bühne und reißt die Leute in der ganzen Halle mit sich mit. Keine andere Band schafft es an dem Abend heute so eindeutig zu zeigen, wer hier am meisten Spaß an seinem Job hat.

Madball

Als letztes kommen dann HATEBREED auf die Bühne. Mit mittlerweile gut ein paar Minuten Verspätung über den ganzen Abend lang, wollen sie mit ihrer Stunde noch den Rest zerstören. Hatebreed geben zum Ende nochmal ordentlich Power auf der Bühne. Jasta wirkt äußerlich auch nicht älter und kickt noch regelmäßig seine Beine in Luft. Nach den rund ersten fünf Songs schaue ich mir die Show nur von weiter hinten an. Hatebreed habe ich mittlerweile schon so oft gesehen und immer wieder bin ich erstaunt, wie viele Hits sie im Gepäck haben. Ein Kracher folgt nach dem anderen und die Fans gehen ab. Auch wenn ich mich mittlerweile von der Mucke leicht entfernt haben, hauen sie live immer noch ordentlich rein. Der Abend zieht sich dann bis nach 0 Uhr und nach über sechs Stunden Geballer auf die Ohren, genieße ich beim letzten Bier, dass die letzten Songs angespielt werden und bald Feierabend ist. Erschöpft und glücklich kann man dann endlich am Donnerstag Abend nach Hause. Morgen muss man ja nochmal früh raus ...

Bis nächstes Jahr!

Hatebreed

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de