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Festival: WITH FULL FORCE

Donnerstag, 14. Juni

25 Jahre With Full Force! Das Festival, welches maßgeblich zur deutschen Metal- und Hardcore-Szene beigetragen hat, feiert mittlerweile einen älteren Geburtstag, als ein großer Teil des Publikums. Und zum Jubiläum gibt es natürlich auch wieder einen With Full Force-typischen wilden Mix an Bands. Ob es die Metal-Urgesteine Judas Priest, Stammgäste wie Soulfly oder Hatebreed, immer mal wieder auftauchende Ausnahmebands wie Beatsteaks oder Apocalyptica, oder Metalcore-Abriss-Bands wie Parkway Drive oder Caliban sind. Hier wird einiges geboten.

Pflicht ist es natürlich schon, mindestens einen Tag vorher anzureisen, damit man die Warm Up Party mitmachen kann, die dieses Jahr zum Glück wieder am Start ist. Hier kann man sich schon mal aufs Fest eingrooven und die ersten Schlucke vom Fass genießen - auch wenn es ein Bierwagen mehr wohl einfacher gemacht hätte. Was auch viele freuen dürfte: Der Tequila-Bus ist wieder am Start. So fühlt man sich auf dem neuen Gelände gleich heimischer.

Der erste Band-Tag startet bei mir mit TOXPACK aus Berlin. Die Jungs standen letztes Jahr schon auf der Bühne nach einer kurzfristigen Absage. Als es dann weitergehen sollte und die Jungs anfangen wollten, mussten sie gleich wieder runter. Schade für die Fans und die Band, aber völlig berechtigt. Dieses Jahr also in die zweite Runde und diesmal sogar auf der Hauptbühne. Und sie locken auch schon die ersten Konsorten vor die Bühne. Mit ihrem Streetpunk bieten die Jungs um Schulle eine ganz gute Aufwärmung und sorgen für etwas mehr Punk im Line Up, was ganz gut tut.

Toxpack

Mit POWERFLO kommt eins meiner persönlichen Highlights auf die Hauptbühne. Auf Live-Auftriite solcher "Super-Groups" kann man ja sonst immer vergebens warten. Umso mehr freue ich mich, dass das With Full Force sie herangeholt hat. Die Band um Billy Biohazard und Sean Dog von Cypress Hill, hauen auf ihrer Debütplatte einen hammermäßigen Crossover Sound raus, der Metal, Hardcore und Rap super vereint. Und die Jungs enttäuschen auch live überhaupt nicht. Die klatschen ihren groovigen Sound von der Straße in die knallende Nachmittagssonne. Nach ein paar Songs haben sie auch alle vor der Bühne, die sie noch nicht kennen. Für eine frühe Nachmittagsshow ist der Applaus schon ordentlich. Ich habe noch mehr Bock bekommen und hoffe, dass da noch mehr Material und Auftritte folgen.

Powerflo

Nachdem Powerflo alleine durch die Mitglieder eher den 90er Jahre Crossover rübergebracht hat, kommen jetzt modernere Töne von der Bühne. Mit STRAY FROM THE PATH kommt jetzt dicker Hardcore-Crossover, zudem gibt es ordentlich politische Ansagen und Wut wie von einst Rage Against The Machine. Soundtechnisch gibt es allerdings nochmal einen deutlich härteren Druck, der hier scheppert. Die Jungs machen auf der Tent-Stage auch ordentlich Party. So darf beim Sänger Ed Edge natürlich auch kein Crowdsurfen fehlen. Gerade der Song "Good Night All Right" lädt heutzutage schön zum Ausrasten ein.

Stray From The Path

Die nächste Entscheidung fällt schwer, denn Dagoba und Kataklysm spielen zeitgleich auf. Da ich aber leider noch nicht das Vergnügen hatte, DAGOBA zu sehen, sind die jetzt auch dran. So sind die französischen Progressive Metaller auch meine erste Band dieses Jahr, die auf der Metal-Hammer Stage spielt. Und die Jungs gehen von Anfang an ordentlich ab. Und trotz der starken Konkurrenz auf der Hauptbühne haben sich hier schon einige versammelt. Der komplette Beach-Bereich vor der Bühne macht zwar jegliches Bewegen äußerst schwer, Bewegung gibt es aber trotzdem schon. Definitiv eine hammer neue Live-Erfahrung diese Band. Da bleiben zukünftige Konzerte nicht aus.

Dagoba

Endlich BODY COUNT! Diese Band ist wohl für mich dieses Jahr der Headliner. Noch nie hatte ich das Vergnügen, die Jungs live zu sehen und dann war das letzte Album auch noch so ein Knaller (um einiges besser als die davor). Zum Anfang wird erstmal gleich "Raining Blood" gecovert, was den unzähligen "SLAYERRR!!"-Fans beim With Full Force natürlich gefällt. Vom neuem Album kommt dann leider nur "No Lives Matter", aber dafür kommen gut die Hälfte der Songs von der ersten Scheibe "Body Count". Zwischendurch hat Mr. Ice T dann auch so einiges zu sagen. Ob politisch und witzig, Unterhaltung ist garantiert. Mit am Start ist dann auch sein Sohn, der ab und zu mit ins Mikro brüllt. Ich hätte mir dann doch lieber noch ein, zwei Songs mehr gewünscht, als die langen Ansagen, aber das Ende mit "Cop Killer" macht einiges wieder wett. Dicke Show.

Body Count

Langsam neigt sich der Tag zum Ende und der Tentstage-Headliner kommt. CALIBAN habe ich schon einige Jahre nicht mehr gesehen, war auch nie so richtig meine Musik, aber heute freue ich mich mal wieder drauf. Nun ist es auch langsam mal fast dunkel, damit man endlich mal auf der Bühne mit ein wenig Licht spielen kann. Dickes Metalcore-Geballer, eine epileptische Lichtshow und eine walzende Crowd. Wenn WFF-Bands wie Heaven Shall Burn, Parkway Drive, Architects oder eben Caliban spielen, bleibt kein Hemd trocken und kein Stein auf dem anderen. Crowdsurfer segeln durch das grelle weiße Licht der Bühne durch das Zelt ,während Sänger Andreas Dörner sich so sehr die Seele aus dem Körper schreit, dass sich der Kopf tief rot färbt. Gerade von vorne eine äußerst coole Show!

Caliban

Headliner des Abends sind BULLET FOR MY VALENTINE, welche das letzte Mal 2011 beim With Full Force Headliner waren. Nach Caliban sind sie leider nicht wirklich spannend. Abgesehen davon, dass ich eh noch nie ein großer Fan war, ob live oder von Platte, befinden sich auch sonst nicht so viele vor der Hauptbühne. Die Lichtshow ist cool, aber auch nicht sonderlich spannend für einen Headliner. Der Sound ist super, aber die Band holt mich leider einfach nicht ab. Aber nach diesem Tag an fetten Bands bin ich eh völlig gesättigt und die erste Knüppelnacht steht noch bevor. Vorher packe ich noch meine Cam weg, denn zur Knüppelnacht mache ich erstmal Feierabend und gönne mir ein, zwei Bier.

Bullet For My Valentine

Freitag, 15. Juni

Nach einer langen, ersten Knüppelnacht, beginnt der Tag heute recht früh mit einer Thrash-Groove-Metal-Band aus Kuba. Die erste kubanische Metal-Band, die ich zu Gesicht bekomme. TENDENCIA spielen auf der Metal Hammer-Bühne und locken zum frühen Nachmittag schon gut Zuschauer an. Mit dem Gründungsjahr 1994 gehören sie hier sogar schon zum älteren Eisen. Musikalisch ist es eine Mischung aus Groove Metal und lateinamerikanischen Elementen und erinnern erstmal leicht an Sepultura oder Soulfly, bringen aber einen großen eigenen Touch mit. Definitiv überzeugen sie, was man auch an den Reaktionen der Zuschauer sehen kann. Ich hoffe, dass diese erste Europa-Tour nicht die letzte war.

Tendencia

Gleich im Anschluss kommen Freunde von Tendencia, allerdings aus Rostock. Eine meiner Lieblings Punk Bands aus Deutschland. DRITTE WAHL dürfen dieses Jahr sogar die Mainstage beglücken. Die Hauptbühne wirkt bei dieser Band definitiv zu groß. Die Jungs ausm Norden springen nicht großartig herum, sondern bleiben an ihren Mikros stehen und haben somit zwischen Links Bass, Rechts Gitarre und in der Mitte Schlagzeug und zweite Gitarre, gefühlt 20 Meter Abstand, was ziemlich verloren wirkt. Mit den neuen Songs kann ich leider auch nicht mehr so viel anfangen, aber eine gute Handvoll lässt mein Herz noch aufblühen und man kann schön mitsingen.

Dritte Wahl

Es geht heute weiter mit einem großartigen und abwechslungsreichen Programm. Wenig Bewegung auf der Bühne kennt man bei der nächsten Band überhaupt nicht. FIRST BLOOD, das kalifornische Hardcore-Brett, ist nur gekommen, um die Tentstage zu zerkloppen. Und das schaffen sie auch. Sänger Carl Schwartz bewegt sich mit einer Energie über die Bühne, die einen vollkommen in den Bann reißt. Neben den unzähligen Genre-Kollegen, welche textlich außer "united", "friends" und "family" nicht viel zu sagen haben, freut man sich bei First Blood auf ordentliche Ansagen mit Inhalt in den Texten. Teilweise so schöne Kampfansagen, wie man sie sonst nur im Punk findet. Diese Texte böse ins Mikro gebellt und gekoppelt mit den schweren Breakdowns, lassen die Leute einfach nur noch ausrasten.

First Blood

Weiter geht's mit einer kleinen Ausnahme-Band auf diesem Festival. THE HIRSCH EFFEKT bieten schönes Gefrickel in der Nachmittagssonne. Während die Leute entspannt auf dem Sandstrand vor der Metal Hammer-Bühne stehen, rasten die drei Hannoveraner auf der Bühne ordentlich aus. Musikalisch sind sie mit ihrem Math-Rock genau das, was ich nach der Auflösung von The Dillinger Escape Plan brauche. Der Gesang ist allerdings deutsch und meist auch etwas softer, was sie dann doch noch sehr anders macht. Ihre dicke Crowd vor der Bühne haben sie auf jeden Fall, und das obwohl parallel gerade Ektomorf, welche ja quasi Lokalmatadore beim With Full Force sind, auf der Hauptbühne spielen. Immer wieder ein Ohrenschmaus diese Band.

The Hirsch Effekt

Als nächstes kommt im Zelt eine kleine Ausnahmeband aus Moskau. MOSCOW DEATH BRIGADE kommen nämlich ganz ohne Schlagzeug und Gitarren daher. Nur mit DJ und zwei Rappern. Die aufsteigende Circle-Pit-Rap-Band hat sich in der Szene mit hammer Live-Shows schon einen Namen gemacht. Und auch im Zelt geht es vom ersten Song gleich gut ab. Der musikalische Mix zwischen Hip-Hop, Punk, Metal, Hardcore und Techno, sowie die dazugehörigen recht harten Rap-Vocals, kommen super an. Es gibt gleich zum Anfang zig Crowdsurfer und der Pit ist nicht kleiner, als bei einer bekannten Hardcore-Band. Hinzu kommen die politischen Statements, auf die die Crowd erst richtig anspringt. Man braucht auf einem Festival wie dem With Full Force nicht immer Gitarren und Drums, um einen ordentlichen Abriss zu feiern.

Moscow Death Brigade

Die New York Hardcore Legenden MADBALL wollen direkt danach die Hauptbühne zerpflücken, was ihnen augenblicklich auch wieder gelingt. Mit ihrem New Yorker "oldschool-dicke Eier-Hardcore" sind sie dieses Jahr sogar fast alleine vertreten. Freddy springt gewohnt von einer Ecke der Bühne zur anderen, was bei der großen Bühne auf die Zeit bestimmt gut Kondition frisst und die immer länger werdenden Haare fliegen nur so hinterher. Hätte man vor einigen Jahren nicht gedacht, wie viele Hardcore-Musiker heutzutage so eine Haarpracht haben. Wie immer liefern die Jungs ein Brett an Show ab und haben hier auch genau die richtige Resonanz dafür. Madball können wahrscheinlich jedes Jahr beim With Full Force spielen und trotzdem wird vor der Bühne der Beton mal eben umgegraben. Neben Sick Of It All eine der alten Hardcore Bands, die auf der Bühne immer noch alles geben und fett klingen.

Madball

Die nächste Entscheidung gestaltet sich wieder schwieriger. Hatebreed vs. Tankard. Aber auch hier entscheide ich mich für die kleine Bühne, statt der Mainstage. Hatebreed kommen mir auch öfter vor die Augen als Tankard. Also die alten Thrash-Titanen TANKARD, welche auch direkt Laune machen und eine der wenigen Vertreter ihres Genres dieses Jahr sind. Gerade die Stimme von Gerre finde ich im Vergleich mit den meisten Thrash Bands ziemlich einzigartig. Auch das letzte Album "One Foot In The Grave", welches mich seit Jahren mal wieder zum Tankard Hören gebracht hat, hat mich voll überzeugt und lief wochenlang nur hoch und runter. Da bekommt man erst recht Bock auf die einzige old school Thrash-Band hier. Lasst das Bier fließen.

Tankard

Als Headliner des Abends kommen dann die mächtigen JUDAS PRIEST. Eine Band, die sonst bei Metal-Festivals einer deutlich höheren Preisklasse Headliner ist, hat es auch zum With Full Force geschafft. Nicht schlecht. Judas Priest ist so eine Band, bei der mir das Konzert-Ticket zu teuer wäre, einfach weil es nicht meine Musik ist, aber aufm Festival würde ich die unbedingt mitnehmen. Gedacht, getan. Die Show ist von Beginn richtig geil. Außer Halford wirken die Mitglieder auch noch recht lebendig. Halford allerdings wirkt ziemlich abseits. Auch sieht das Mikro eher wie Deko aus, naja ist ja auch schon spät. Nichtsdestotrotz machen mir die alten Herren richtig Laune, auch die musikalische Vielfalt, die sie mitbringen, ist einfach super. So ein old school Heavy Metal ist ja hier eher selten, aber doch mal ziemlich erfrischend.

Judas Priest

Samstag, 16. Juni

Nachdem die zweite Knüppelnacht auch nicht spurlos an mir vorbei gezogen ist, schaffe ich es am letzten Tag leider nicht mehr pünktlich zu PRO-PAIN, von denen ich nur noch die letzten zwei Songs mitbekomme. Aber zwei sind schon mal besser als gar keine. Dieser rock'n'rollige Hardcore fetzt immer wieder. Und es haben sich auf jeden Fall mehrere Leute früh nach vorne gewagt, es ist schon recht voll bei der Hauptbühne.

Pro-Pain

BOOZE AND GLORY machen danach mit ihrem Oi-Punk auf der Hardbowl eine kleine Ausnahme, ziehen aber trotzdem oder gerade deswegen gut Fans an. Die Jungs geben auf der Bühne alles. Musikalisch finde ich sie nicht so begeisternd, aber ganz nett. Mit dem Einsatz der Band passt das schon ganz gut ins Nachmittagsprogramm. Die Leute vor der Bühne sind auf jeden Fall super textfit, was die Stimmung gut nach oben treibt. Besonders cool an Bands finde ich ja auch, wenn diese nicht nur im Backstage oder sogar in ihren Nightlinern rumhängen. So sieht man diese hier nachher auch noch bei H2O vor der der Bühne, wo sie dann auch noch Schwätzchen mit den Fans halten.

Booze And Glory

Als nächstes kommen dann IN THIS MOMENT aus Los Angeles. Die 2005 gegründete Band erfreut schon seit Jahren größter Bekanntheit und ist jetzt auch zum ersten Mal beim With Full Force. Auf der Hauptbühne wird dann auch eine dicke Show aufgefahren, sogar mit extra Tänzerin und so. Ich brauche so einen Schnickschnack ja eigentlich nicht, aber hier passt es ganz gut rein. Der Sound und die Stimme sind echt ganz geil. Fan werde ich in diesem Leben wohl trotzdem nicht mehr, live sind sie aber definitiv keine verschenkte Zeit.

In This Moment

Im Zelt geht es dann weiter mit dem französischen Abrisskommando RISE OF THE NORTHSTAR. Im New School Hardcore sind die breaklastigen Pariser mittlerweile eine Institution. Mit ihrer Mischung aus Metalcore, Hardcore, Groove Metal und stark Manga beeinflussten Texten, haben sie schnell Anschluss gefunden. Da ist natürlich ein dicker Mosh-Pit vorprogrammiert. Ich habe sie mir mehrere Jahre mit Absicht nicht angehört, weil ich den Namen so schlecht fand, jetzt schaue ich sie mir schon sehr gerne an. Machen immer wieder Bock.

Rise Of The Northstar

Hardcore-Skate-Punk Helden aus New York City. Da denkt jeder an Wasser, ähm, H2O. Auf jeden Fall an dicke Hardcore-Partys in Clubs, und das obwohl Sänger Toby Morse wohl zu einem der größten Straight Edge Vertretern gehört. Fakt ist, H2O haben so viele geile Hooks und Songs bei denen die Fans mitsingen können, dass so ziemlich jeder Song live ein Hit ist. Ob "What Happened", "Nothing To Proove", "5 Year Plan", "Still Here" und, und, und. Wenn Toby zu den Fans geht, um mit ihnen gemeinsam ins Mikro zu singen, kommt er nicht mehr zurück. Immer wieder eine Band voller Power und Spaß am Spielen.

H2O

Als nächstes kommen wieder alte Vetreter der New Yorker Szene. LIFE OF AGONY haben in 90ern mit Type O Negative die Szene massiv mitgestaltet und das auch mit Hardcore. Mit ihrem schönen Crossover und einer teilweise doomlastigen Stimme zu äußert groovigen und breakigen Metal-Parts, haben sie sich ein eigenes Genre aufgebaut. Schlagzeuger Sal Abruscato (auch die ersten drei Type O Negative-Alben) ist leider nicht dabei, obwohl er das letzte Album noch mit eingespielt hat. Er hat die Band aber wohl freundschaftlich verlassen. Als Ersatz ist Veronica Bellino jetzt am Start und scheint den Job ganz gut übernommen zu haben.

Life Of Agony

Mit SOULFLY kommt eine Band auf die Bühne, die ich schon seit der Grundschule höre und auch schon lange nicht mehr gesehen habe, also freue ich mich besonders drauf. Alle Mitglieder außer Marc Rizzo und Max Cavalera sind wohl seit dem letzten Mal Sehen schon mehrmals ausgetauscht worden. Der Max hat da immer einen guten Verschleiß. Aber da jetzt sein Sohn trommeln darf, bleibt der Posten bestimmt etwas länger besetzt. Also wieder eine Band die 50 % Cavaleras beinhaltet. Trotz nostalgischer Momente und den geilen alten Songs, kommt die Band leider nicht mehr wirklich an ihre Glanzzeiten heran. Während Sepultura live immer noch ein dickes Brett sind, ist das hier nicht mehr so das Wahre. Aber allein wegen der ganzen geilen Songs, die man so schön mitgröhlen kann und sich in die Jugend zurückerinnern kann, lohnt es sich schon sehr.

Soulfly

Headliner auf der Hauptbühne am Samstag sind dieses Jahr mal wieder PARKWAY DRIVE, die schon 2015 Headliner waren. Eine Band, die ich am Anfang nicht wirklich mochte und ich auch von Platte immer noch nicht wirklich höre, hat sich aber für mich zu einer fetten Live-Band entwickelt. Neben der typischen Feuer- und Lichtshow, die eine Band ihrer Größe mittlerweile so drauf haben muss, reißt der Sound einfach nur noch alles ab. Zumindest das mit dem Abriss sehen auch die Fans vor der Bühne so. Ein riesiger Moshpit und immer wieder kommende große Circle Pits schmücken das Gelände. Die jungen Australier wirken auch noch verdammt sympathisch auf der Bühne. Sie sind die ganze Zeit am Grinsen und Abgehen. Die haben auf jeden Fall auch noch einen Riesenspaß dabei.

Parkway Drive

Als Samstag-Spezial im Zelt gibt es dieses Jahr einen ganz besonderen Gast. Die Hauptstadt-Boys von den BEATSTEAKS, welche mittlerweile eher auf Festivals wie Rock Am Ring und Co. headlinen, kommen nach über zehn Jahren mal wieder zum härtesten Acker. Da die heutige Musik nicht mehr so ganz zum With Full Force passt, haben die Berliner eine recht alte Setlist mitgenommen. Das Zelt ist auf jeden Fall voll und alle haben Spaß. Diese Specials wünsche mir doch öfter. Zwar hätte ich gerne noch mehr Songs von der "48/49" gehört, aber gut, man kann nicht alles haben. Alles in allem haben sie mir richtig gut gefallen, was sie mir bei einem regulären Konzert wohl nicht so hätten.

Beatsteaks

Das Festival wird dann musikalisch von den vier Cellos von APOCALYPTICA beendet, auf die ich mich richtig gefreut haben, aber leider nicht mehr ganz schaffe. Am vierten Tag ist man dann abends nach 1 Uhr dann doch nicht mehr so fit. Das scheinen nicht wenige so zu sehen. Nicht mehr allzu viele haben es zur Hauptbühne geschafft. Ich gebe mir noch ziemlich Mühe, zumindest die erste Hälfte zu sehne, um dann kaputt zum Auto/Zelt zu stiefeln. Trotzdem bin ich sehr froh, sie mal gesehen zu haben, denn selbst die kurze Zeit, über eine halbe Stunde, haben schon sehr gefetzt und waren mal wieder eine schöne Abwechslung.

Apocalyptica

Ein Festival mit einem ganz besonderen Line Up. Viele Ausnahme-Bands, alte sowie neue. Eine wunderbare Mischung für alle, die nicht so genrefestgefahren sind. Das zweite Jahr auf dem Gelände wurde mit diversen Verbesserungen auch super gemeistert. Mit dem schönen See gleich nebenan zum Baden und jetzt auch mit After-Show-Party und Tequila-Bus, vermisst man das alte Gelände fast gar nicht mehr. Hoffentlich geht es so weiter. Ich freue mich auf nächstes Jahr.

Text & Fotos: Jörg Kandziora
kandziora-photo.de