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A TORTURED SOUL - On This Evil Night

VÖ: 29. Juli 2016
Pure Steel Records

Es gibt sie immer wieder - die Bands, die seit mehr als 15 Jahren ihr Dasein fristen und irgendwann doch mal in meinem Gehörgang landen. Mein Erstkontakt mit A Tortured Soul seit Bandgründung 2002 heißt also "On This Evil Night" und markiert gleichzeitig den bereits vierten Longplayer der Truppe aus Milwaukee. Von der Besetzung des letzten Albums "Lucifer's Fate" (2010) sind zwar nur Gitarrist Nate Gorenc und Sänger Rick Black übrig, aber das erscheint mir noch mehrmaligem Hörgenuss von "On This Evil Night" gar nicht schlimm. A Tortured Soul sind zu Recht als US Metal zu bezeichnen und das Attribut "Power" nehme ich gleich dazu. Eine Stunde Spielzeit wuchtet der Fünfer ohne nennenswerte B-Noten-Abzüge in die Herzen der Gemeinde. Dabei gehen A Tortured Soul gar nicht mal so altbacken vor, wie man erst vermuten mochte/wollte (?), sondern extrem kraftvoll, Gitarren-mäßig etwas tiefer gelegt und sehr dynamisch. Speziell die Rhythmus-Arbeit ist gar nicht mal so Old School behaftet (achtet mal auf das Drumming von Neuzugang Tommy "The Gunner" Lodwick). Stellt euch eine up to date-Mischung aus Mercyful Fate/King Diamond, Judas Priest und alten Iced Earth vor und ihr kommt schon in eine gute Richtung. Der eröffnende Titelsong startet unheilschwanger und dann richtig griffig, eine Hookline bleibt nur auf den zweiten Blick aus, und denn der Refrain, der mal positiv andersartig ist. Das King-Worshipping wird zwischendurch charmant und nie plakativ vorgetragen, sei es gesanglich in "Crimson" und "Dreams" (wobei Sänger Black vornehmlich mit seiner kernig-tiefen Stimme punktet) oder auch instrumental im Solopart von "All Alone". Interessant finde ich allerdings, dass Iced Earth-Querverweise nirgendwo in irgendwelchen Promo-wirksamen Anpreisungen zu finden sind. Besagtes "All Alone" (der ruhige Part) und auch das mit einem klassischen Finish ausgestattete "Mourning Son" zeigen nämlich eindeutig anderes auf. Und wem jetzt noch - genau wie mir - auffällt, woher wir die Strophen-Melodie vom Vorzeige-Headbanger "The Ripper's Curse" kennen, der bekommt von mir einen mentalen Orden angehaftet. So oder so - für US Metal Fans besteht Kaufzwang! (sw)

8/10