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ABANDON ALL SHIPS - Malocchio

VÖ: 14. Februar 2014
Redfield Records

Kanada: Ahornsirup, Eishockey, Abandon All Ships. So kennt man das doch, oder? Wie, du kennst Abandon All Ships nicht? Dann wird es höchste Zeit, denn sie bringen grade ihr drittes Album "Malocchio" auf den Markt. Gewohnt elektronisch verbinden sie schon lange Metalcore-Aspekte mit den Disco-artigen Syntheziser-Sounds, die sie in der Szene bekannt machten. Über 9 Millionen YouTube-Klicks hat ihr wohl bekanntester Song "Take One Last Breath" erreicht und nun will man mit dem dritten Longplayer entsprechend nachlegen. Stiltechnisch bleiben sich Abandon All Ships auch treu, verlegen die Schwerpunkte aber ein wenig. So wirkt das neue Album an vielen Stellen wesentlich härter umgesetzt, als noch in anderen Songs vorheriger Alben. Doch nichtsdestotrotz bieten die Kanadier ein breites Spektrum auf ihrem Album, nur darauf wartend, gehört zu werden. Ob es der atmosphärische Song "Alive" ist, der gerne auch mal über Stunden hinweg auf Dauerschleife gehört werden kann (sicherlich ein Lied, das auch durchaus "Alltags-Disco-tauglich" wäre, da weitgehend auf Vocals und Gitarren verzichtet wurde) oder doch etwas mehr Gemisch aus metallischer Härte, die unter Strom gesetzt wird, wie bei "Cowboys". Doch in keinem Stück dieser zehn Titel umfassenden Scheibe kann man sich der geballten Ladung Synthesizer entziehen. Die anderen Instrumente bleiben dabei weitgehend hintergründig und überlassen den Vokalisten und den Keys die Front-Rollen. Die Gitarre bleibt hauptsächlich im Bereich der simplen Akkordfolge und sieht auch Soli nicht als notwendig an. Das Schlagzeug ist kaum wahrnehmbar und vollständig in den Hintergrund gerückt, da es oft durch elektronische Percussions ersetzt wird oder einfach allgemein andere Instrumente die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Vocals sind hier ein sehr zweischneidiges Schwert, denn zum einen haben wir Shouts, die zwar sehr angenehm klingen, allerdings auf die gesamte Dauer des Albums monoton werden und sich festfahren. Der Klargesang hingegen bietet viel Raum zum mitsingen und transportiert hier die Texte auch besser, da sich die Shouts oft nicht gegen die elektronischen Klänge durchsetzen, wohingegen die Clean-Parts deutlich verständlicher im Vordergrund stehen. Sicher ist es nicht für jeden das Richtige, wenn plötzlich ''Pew-Pew'' Geräusche wie von Kinderspielzeug durch die Kopfhörer drücken (wie im Titelsong), aber wer sowieso auf Elektrocore steht, der fährt mit dem neuen Album des kanadischen Quintetts eine sichere Route. (zeo)

7/10