Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

ABROGATION - Urstant

VÖ: 29. April 2016
7Hard

Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich das Debütalbum der Magdeburger das erste Mal gehört habe. Tatsächlich liegt mein erster Kontakt mit der Musik der Band nun schon über ein Jahrzehnt in der Vergangenheit. Zu der Zeit bestand die Truppe um den ehemaligen Sänger und Gitarristen Schwarte und Bassist RW bereits seit über zehn Jahren und ich hatte gerade härtere Musik für mich entdeckt und durchforstete fleißig das Internet nach Bands, die in etwa so klangen, wie meine damalige meistgehörte Band Eisregen.
Nach einiger Recherche hatte ich dann "Handwerk des Todes" im virtuellen Plattenspieler und hatte mich auch schon mit den ersten Tracks verliebt. Enorm ohrwurmlastige Texte, sägende Gitarren-Riffs und -Melodien, sowie die wahrscheinlich abgefahrenste Vertonung von Goethes Erlkönig.
Aber nun zum aktuellen Album: Seit dem letzten Langspieler "Tief schwarz, blutig rot" gingen nun doch schon wieder fast fünf Jahre ins Land. 2012 verließ auch noch Schwarte die Band und der Sängerposten wurde Anfang 2013 mit Fenris neu besetzt. Letzteres war mir irgendwie durchgegangen und macht die aktuelle Scheibe daher auch so spannend für mich. Zum Sängerwechsel muss man nicht allzu viele Worte verlieren. Fenris macht seinen Job adäquat zu Schwarte und klingt dazu auch noch verdammt ähnlich. Eine sehr gute Wahl, kann man da nur sagen. Der Stil der Songs bleibt weitestgehend unverändert, getextet wird weiterhin in Muttersprache, denn schließlich funktioniert das Konzept ja schon seit über 20 Jahren. Das Songwriting ist bezüglich der Lyrics im Laufe der Zeit auf jeden Fall wesentlich besser geworden so, dass nun auf "Urstant" die Reime auch wesentlich besser fließen und sich besser in die Musik einfügen. Soundtechnisch kommt der Silberling stark thrashlastig rüber, vor allem durch die sehr groovigen Riffs und das eher simpel gehaltene Drumming. Als kleiner stilistischer Ausreißer stellt sich der Titel "deine Wunden" heraus. Der leicht schleppende Charakter, kombiniert mit dem doch vergleichsweise recht knappen Text und dem häufig wiederkehrenden Refrain, erinnern ein ganz klein wenig an Rammstein. Auf jeden Fall hebt "deine Wunden" sich stark vom Gefüge des restlichen Albums ab und zündet auch erst nach einigen Durchläufen als guter Song, gehört aber inzwischen zu meinen favorisierten Tracks des Albums. (cl)

7,5/10