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ADX - Non Serviam

VÖ: 10. Juni 2016

Wenn man zugrunde legt, dass Bands wie Exodus, Machine Head oder Amon Amarth nicht mehr so klingen, wie einst auf ihren Debütalben, dann kann man auch das neue ADX-Album verstehen. Ja, es ist weit her geholt und die Old School Fraktion schreibt schon fleissig Hassmails, aber sei's drum. "Non Serviam" ist mein ADX-Erstkontakt und ich kann ruhigen Gewissens behaupten, dass die französischen Speed Metal Helden (mit immerhin drei Originalmitgliedern an Gitarre, Drums und Vocals) ein mächtiges Pfund vorlegen. Die o.g. Vergleiche rühren zwar sehr stark von der Andy Sneap-mäßigen Produktion (was aber nirgendwo nachzulesen ist), es sind aber auch einige Riff- und Melodie-Parts. Stellt man die Metal-historische Uhr aber wieder richtig ein, ist "Non Serviam" ein mehr als respektabler Ausdruck dessen, dass die Band nach über dreißig nach was zu melden hat. An vorderster Front punktet dabei sofort der Opener "La mort en face" mit seinem Ohrwurm-Refrain, den aggressiven Soli und einem geilen Schweden-Lead. Bockstarke Melodien warten derweil noch im großen Titelsong und "L'irlandaise" (dessen Eröffnungsriff wirklich auf der aktuellen Amon Amarth stehen könnte). Weitere Nackenbrecher hören auf so französisch-süßlich hingehauchte Titel wie "La complainte de dementer", "Les oubliés" (keine Ahnung, warum der nur als Bonustrack auftaucht?!) oder "L'enigme sacrée". Die französische Sprache ist derweil gar kein Hindernis, war sie seit jeher Bestandteil der Band und wird von Sänger Phil Grélaud mit kraftvoller Überzeugung, Ausdruck und Charakter transportiert.
Die abschliessende Frage ist eigentlich nur, wie dieses Album objektiv ankommen wird. Und das wird meines Erachtens wohl nur der temporäre Zeitabschnitt entscheiden, aus dem der geneigte Hörer die Band betrachtet (hat). (sw)

8/10