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AGALLOCH - The Serpent & The Sphere

VÖ: 16. Mai 2014
Eisenwald Tonschmiede

Oh, welch Muse küsset mich mit gar hinterhältig filigraner Klinge.
Nein, man kann Agalloch nicht vorwerfen, ob des emotionalen Tiefganges irgendwie verweichlicht zu sein. Etwas Unheimliches durchzieht "The Serpent & The Sphere", obwohl erhabene Schönheit mit einhergeht und giftig heisere Vocals die Geschichten untermalen. Eine meines Erachtens nach fast perfekte Mischung aus schmeichelnden Akustik-Passagen, zwischendurch sich aufbäumender Kälte und Raserei, gepaart mit einer Wagenladung erwachsener Melancholie aus den erfolgreichsten Paradise Lost-Zeiten. Allein die Traumeröffnung in Form von Schwermut ("Birth And Death Of The Pillars Of Creation"), forderndem Weitblick ("The Astral Dialogue") und befreiender Melancholie ("Dark Matter Gods") ist von solch einnehmendem Wesen, dass ich für diese Songs in imaginärer EP-Form die volle Punktzahl geben würde. Danach ist man dem nunmehr fünften Album der Amis eh verfallen und lässt sich bis zum Ende berauschen. Es stört nicht mal, dass die letzte Viertelstunde ohne Vocals daherkommt. Das "Plateau Of The Ages" trägt seinen auf jeden Fall zu Recht.
Eine exquisite Stunde erwachsenen Seelenheils für aufreibende Tage. (sw)

9/10