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AGRUSS - Morok

VÖ: 26. April 2012
code666

Die sechs Bandmitglieder von Agruss kommen aus der Ukraine und nennen ihren Musikstil "Post-Atomic Black Metal". Wie man sich schon denken kann, geht es bei den Texten um die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl beziehungsweise ihre Folgen für die Umwelt und die Menschen.
Los geht's also mit einem langsamen, instrumentalen Intro mit Meeresrauschen (?) im Hintergrund. Noch könnte es Black Metal werden. Allerdings setzt dann der Gesang ein. Heiseres, verwaschenes Gekeife wechselt sich mit tiefem Gegrowle ab, dazu hört man blecherne Drums. Wenn ich mit meinem Staubsauger zugange wäre und im Hintergrund eine Dreijährige mit ein wenig Rhythmusgefühl auf Kochtöpfe dreschen würde, hätte man ungefähr dasselbe Resultat. Dann gibt es noch ein paar Tempowechsel, ein wenig dunklen Sprechgesang und das Outro, welches wieder einigermaßen stimmungsvoll rüberkommt. Im Grunde ändert sich dieses Songmuster im Verlauf der Scheibe nicht sonderlich. Manchmal sind die Intros kürzer oder fallen ganz weg. Was aber immer bleibt, ist der gar nicht schlechte gutturale Gesang und das fast unerträgliche, breiige Gekeife. Es ist sicherlich löblich, ein so tiefsinniges Thema zu verwursten, aber innovativen Black Metal ("innovativ" ist in Bezug auf Black Metal für mich übrigens kein positives Wort) mit kakophonischem Gesang und irgendwelchen Geräuschen (zum Beispiel knisterndes Feuer, Windgeheul oder einfach Geklimper) zu mischen, da raucht mir nach 66 Minuten echt das Hirn. (st)

6/10