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AHAB - The Giant

VÖ: 25. Mai 2012
Napalm Records

Ich bin alles andere als in Bücherwurm. Daher interessiert es mich herzlich wenig, nach welcher literarischen Vorlage unsere deutschen Nautik Doomster ihr neues Album gestalten. Für mich zählt die Musik und die weiß bestens zu überzeugen. Wer in der heutigen Zeit den Hörer mit sechs Songs in einer Stunde bei der Stange (unter den Kopfhörern?!) halten kann, hat mehr als nur Musik im Blut, nämlich Leidenschaft, die man spüren kann. Atmosphäre, in die man sofort eintaucht und die Fähigkeit, Bilder vor dem geistigen Auge des Hörers zu erzeugen. Die raue, unbarmherzige See, eigentlich schwerfällig, dennoch wunderschön, aber unberechenbar. Die Vertonung von Naturgewalten - erinnert sich noch jemand an "Precambrian" von The Ocean? Ähnlicher Charakter, wenn auch anders umgesetzt. Als "Anspieltipp" wähle ich das knapp 12-minütige "Antarchtica, The Polymorphess" - ein Paradebeispiel für die glänzend gelungene Verschmelzung von Funeral Doom, zerbrechlichen Akustikpassagen, erhabenen Klargesängen, der einsamen Leadgitarre und einfach wunderschönem Schwermut.
Erst letztens sagte ein Bekannter zu mir: "Das müsste genau die richtige Musik für dich sein." Recht hat er gehabt! (sw)

8,5/10