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AL-NAMROOD - Diaji Al Joor

VÖ: 27. November 2015
Shaytan Productions

Al-Namrood gehören innerhalb der internationalen Metal-Szene eher zu den extremen Exoten. Zum einen kommt es selten vor, dass eine Band aus einem Metal-Genre ihre Texte ausschließlich in arabischer Sprache verfasst und zum anderen ist mir persönlich keine andere Band bekannt, die derart exzessiv orientalische Klänge und Rhythmen und traditionelle, folkloristische Instrumente in ihre Musik einbindet. Die Musik der Araber lässt sich irgendwo zwischen Black Metal und Folklore einordnen, lässt sich aber mit nichts vergleichen, was man jemals zuvor gehört hat. Es klingt einfach nicht nach dem typischen Black Metal nordeuropäischen Ursprungs, die Verwurzelung zum klassischen nordischen Black Metal sind aber unverkennbar und unbestreitbar. Trotzdem lässt sich nur schwer beschreiben, was die Kollegen da aus ihren Instrumenten zaubern. Allerdings muss man zugeben, dass Al-Namrood enorm Geschmackssache sind und gerade die seltsam, knurrigen Vocals nicht jedermanns Sache sind. Auch das orientalische Geklimper kann auf Dauer echt nervig sein und zu guter letzt haben die Aufnahmen der Saudis ein echtes Qualitätsproblem. Alles klingt eher blechern und über das Album hinweg macht sich ein leichter, ranziger Garagensound breit. Die mangelnde Aufnahmequalität mag an dem Umstand liegen, dass die Band in ihrem Heimatland Saudi Arabien eher unter widrigen Voraussetzungen arbeitet, droht den Mitgliedern der Band dort der Tod durch Enthauptung oder Steinigung, wegen ihrer unliebsamen und anti-religiösen Ansichten, sollte eines der Bandmitglieder enttarnt werden.
Alles in allem bekommt man mit dem Album "Diaji Al Joor" gutes Material mit gewöhnungsbedürftigen Vocals, schepperndem Garagenschlagzeug und hier und da übersteuertem Sound. Letzteres fällt besonders am Anfang des Tracks "Hawas Wa Thuar" auf, welcher echt klingt, wie mit dem Kinderkassettenrekorder aufgenommen. Aber gerade undergroundigen Schwarzmetallern kann es ja nicht schäbig genug aufgenommen klingen.
Gerade Songs wie "Ejhaph" haben dann allerdings doch wieder einen seltsamen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. (cl)

7,5/10