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ALIVE AT LAST - Alive At Last

VÖ: 18. Januar 2013

Alive At Last aus Alfeld im südlichen Niedersachsen haben sich viel Zeit für ihr gleichnamiges Debütalbum genommen. Nach einem fast konzertlosen Jahr Produktionszeit liegt das Resultat nun endlich vor. In kompakten 37 Minuten bietet der Fünfer auf diesem Album zehn Songs irgendwo zwischen Post-Hardcore, Screamo und Pop-Punk. Nun gibt's solche Bands zwar bekanntlich wie Sand am Meer, doch Alive At Last haben einen entscheidenen Vorteil: Man gehört eben nicht zu diesen ganzen "Plastik-Bands", die Unmengen an Zeit in das Programmieren von irgendwelchen Synthies stecken - stattdessen hat man das Album live im Studio eingespielt. Es gibt also keine toteditierte gläserne Produkion, sondern einen erdigen und wirklichen Rocksound, dem man den Schweiß im Proberaum förmlich anhört.
Das vorab veröffentlichte Video zu "Burn These Bridges" ist allerdings nur bedingt repräsentativ für das gesamte Album, denn dieser Song ist der wohl härteste Song auf dem Album und darüber hinaus auch so ziemlich der einzige, bei dem man zumindest stellenweise guten Gewissens noch von Hardcore sprechen kann. Die anderen Songs sind wesentlich melodischer und poppiger. Speziell die zuckersüßen Gesangslinien in "Who We Are", der mitreißende Refrain von "The Ghost" und vor allem die (wenigen) weiblichen Vocals im ohnehin starken "Forgive And Forget" (davon zukünftig bitte mehr!) bleiben schon nach dem ersten Durchlauf angenehm im Ohr hängen. Ebenfalls sehr positiv: Die dezenten, dabei sehr wirkungsvollen und weichen "Gangshouts", bzw. mehrstimmigen Chöre und Parts, die eben nicht wie die typischen stumpfen Gangshouts im klassischen Hardcore rüberkommen.
Wer in Sachen Post-Hardcore/Pop-Punk mal wieder Lust auf wirklichen Rock hat, statt auf Plastik, der sollte der Band unbedingt mal seine Aufmerksamkeit schenken, denn "Alive At Last" klingt durchgehend erfrischend. (maz)

7,5/10