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ALL THEM WITCHES - Dying Surfer Meets His Maker

VÖ: 12. Februar 2016
New West Records

All Them Witches - der Bandname lässt okkulten Doom vermuten und so weit daneben liegt man damit auch nicht. Aber zuerst zur Band selber: Gegründet 2012 in Nashville, macht man einen Mix aus Stoner Rock, okkulten Melodien und stimmigem, atmosphärischem Surferrock. Das Artwork hinterlässt einen leichten Geschmack von Hipster, ist aber ansonsten erfrischend anders, ein wenig zu gewollt alternativ, aber endlich mal keine Stapelware mit bösen Symbolen und Altbekanntem.
Das Album erinnert durch seinen wellenförmigen Spannungsbogen in der Tat an Meer und Seegang. Es startet sehr ruhig mit "Call Me Star" und baut sich langsam mit "El Centro" auf, während "Dirt Preacher" eine mächtige, bassige Welle ist - energisch und stark. Nach dieser Welle ist der Ozean wieder ruhig, geradezu andächtig. "This Is Where It Falls Apart" lässt die Energie des Priesters ausklingen und "Mellowing" ist eine Art Höhepunkt der Andächtigkeit, bis mit "Open Passageways" nach und nach wieder ein rauerer Wind einsetzt, der sich aber schnell beruhigt.
Das Album hat in der möglichst subjektiv-qualitativen Beurteilung keinerlei Höhen oder Tiefen, überzeugt durchgehend mit sehr abwechslungsreichen, dem Titel entsprechend, eher melancholischen Riffs. Im Gegensatz zu vielen Stoner-Kollegen ist die Grundstimmung eher andächtig, nachdenklich, leicht depressiv. Der Bass spielt eine tragende Rolle, ersetzt hier und da die Rythmusgitarre. Der Subwoofer darf hier gerne mal etwas aufgedreht werden, ansonsten verpasst das ein oder andere Ohr die sehr stimmige Arbeit von Charles Michael Parks, der neben dem Tieftöner auch für die Vocals zuständig ist.
Insgesamt bietet die Scheibe wenig Angriffsfläche. Die Songs laden ein zum Träumen und Nachzudenken, "Talisman" wirkt ein wenig flach, der Rausschmeißer "Blood And Sand / Milk And Endless Waters" leider auch - so sind die beiden schwächeren Tracks des Albums leider am Ende. Dennoch, spätestens ab "Dirt Preacher" bis "Open Passageways" ist diese Platte für Freunde von Queens Of The Stone Age oder Fu Manchu absolut Pflicht. In verschiedenen Milieus (immer von "Hipster" zu sprechen, kommt zu kurz) kann diese Scheibe mit guter Promo sicherlich sehr stark einschlagen, denn sie trifft den Nerv einer jungen und orientierungslosen Generation mit ihrem leichtgängigen und trotzdem nicht banalen Sound sehr gut. (jh)

7/10