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ALPHA TIGER - Beneath The Surface

VÖ: 25. Januar 2013
Century Media

Ich halte nach wie vor an meinen neun Punkten für das Debüt "Man Or Machine" fest, wenngleich auch Euphorie eine zusätzliche Rolle spielte. Doch Alpha Tiger schaffen das fast Unmögliche. Mit ihrem erst zweiten (!) Longplayer schwimmen sie sich frei, zeigen unglaubliche Charakterstärke und stehen bei dieser Entwicklung kurz davor, einen absoluten Klassiker des heutigen klassischen Metal zu erschaffen. "Beneath The Surface" ist gaaanz knapp davor! Denn hier gibt es so gut wie gar kein "das klingt genau wie...". Das Gefühl mag da sein, aber die Umsetzung dessen ist zu 100% Alpha Tiger. Sei es das Fernost-Feeling von "Along The Rising Sun", die Spurenelemente uralter Iced Earth im abwechslungsreichen Titelsong (speziell durch Drum-Neuzugang David Schleif mächtig vorangetrieben) oder das unkonventionelle (trotzdem treffsichere) Songwriting von "Crescent Moon", dessen Machart an die US Boys von Pharaoh erinnert. Dass man beim schmissigen "We Came From The Gutter" zu Beginn kurz den Jahrhundertsong "Still Life" der Cleveland-Helden Breaker - sagen wir mal - "streift", fällt höchstwahrscheinlich nur den US Metal Spezialisten auf und empfinde ich eher als clevere (gewollte?) Hommage, als einen Fauxpas. Ebenso nennenswert sind der kraftvolle Opener "The Alliance" mit einem vermeintlich sperrigen Refrain, was aber täuscht, denn er setzt sich verdammt schnell im Gehörgang fest. Ebenso der Speed-Smasher "From Outer Space", den die meisten von euch durch das vorab veröffentlichte Video kennen müssten und wahrscheinlich seitdem versuchen, mit Sänger Stephan mitzuhalten. Seine Weiterentwicklung zeigt sich hingegen am besten im ruhigen Beginn von "Waiting For A Sign". So viel Gefühl habe ich ihm zwar zugetraut, wollte trotzdem anfangs nicht meinen Ohren trauen. Überhaupt liefert der Mann auf dem gesamten Album eine Leistung ab, mit der er die aktuelle Konkurrenz verdammt alt aus aussehen lässt. Sorry für das Zitat, aber das ist "hammermäßig"! Stichwort: Der absolute, totale Überhammer ist für mich jedoch "Eden Lies In Ruins". Nicht nur, dass der Song die definitiv beste US Metal Mischung atmet (Queensryche, Sanctuary, Fates Warning), er hortet auch das packendste Solo-Duell der Herren Langforth/Backasch und perfektioniert sich selbst durch einen rattengeilen, psychotischen Mittelpart inklusive Machine Head-Obertöne. Jungs, DAS muss man sich erst mal trauen! Ein klassischer 10 Punkte-Song. Und spätestens hier offenbart sich die wohl beste Eigenschaft des Albums: Man hört es nicht einfach wie "eine geile deutsche Band, die die Klassiker genauso liebt wie ich", sondern man hört "Beneath The Surface" eben wie einen dieser Klassiker! (sw)

9,5/10