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AMOR - Love vs Logic

VÖ: 02. Februar 2018
Arising Empire

Amor ist eine brandneue Band, die ihr Debütalbum "Love vs Logic" vorstellt. Der Musikbereich ist gerade für Neueinsteiger ein schwieriges Pflaster und man muss von Beginn an sehr professionelle Musik vorweisen können, wenn man es direkt in der Szene schaffen möchte. Schaffen Amor das? Erstmal zu den Hard-Facts: Mit 38 Minuten ist das Album, trotz elf eigentlich ganzer Songs, ein doch recht kurzweiliges Erlebnis. Abgemischt ist das Album auf sehr hoher Studioqualität, es erweckt den Anschein, dass man hier nicht eingespart hat. Genretechnisch bewegen wir uns in einem Bereich, der irgendwo im Rock-Pop anfängt und im sachten Alternative-Rock oder durch vereinzelte Breakdowns vielleicht sogar im ganz sanften Metalcore aufhört. Ihr merkt wahrscheinlich jetzt schon, Amor sind reichlich friedselig unterwegs und bringen eher die Feuerzeuge auf Konzerten zum Vorschein, als den Two-Step. Dennoch streut man ganz selten (ich rede hier von 5-Sekunden-Abschnitten alle drei, vier Songs) auch mal Breakdowns mit Geschrei und Shouts ein. Diese erhalten dann auch das Image aufrecht, dass es sich nicht um eine Vorband von Taylor Swift handelt, sondern man auch bei einem Metalcore-Konzert auf die Amerikaner treffen könnte, ohne sich zu wundern, was die denn dort verloren hätten. Doch trotz der wenigen "Bad Boy"-Momente wirkt das Album insgesamt eher weichgespült. Vielleicht liegt es an der Zielgruppe, denn mein erster Eindruck war, dass diese Form von Musik eine Art "einleitendes" Genre darstellt. Es könnte sein, dass gerade jüngeren Personen, die Metal (jetzt mal als Oberbegriff verwendet) als solches noch nicht so wirklich kennen, eine solche Band einen ersten Impuls geben kann, darüber nachzudenken, warum man in Songs auch schreien kann, um Emotionen auszudrücken. Doch für all jene, die schon etwas länger im Metalbereich unterwegs sind, haben Amor einfach nichts Interessantes zu bieten. Es sind poppige Klänge mit unendlicher Redundanz in den Texten, sowie Schmalz und Klischees an jeder Ecke. Ich bekomme zumindest das Gefühl, dass keine erwachsene Person mit einem gewissen Anspruch an sich selbst, irgendetwas aus der Musik herausbekommen kann. (zeo)

6/10