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AMORAL - In Sequence

VÖ: 05. Februar 2016
G-Records

Mit "In Sequence" lassen die finnischen Progressive Metaller von Amoral ihr bereits siebtes Studioalbum seit ihrem Debüt im Jahre 2004 auf die Öffentlichkeit los. Wer hier ein kleines bisschen Recherche betreibt, sollte dabei direkt bemerken, dass der Mann, der in den frühen Tagen der Band für die Growls zuständig war, zum ersten Mal seit 2007 an einer Veröffentlichung der Band teil hat und die Band damit zu einem Sextett mit sage und schreibe drei Gitarren erweitert. Genau diese Fülle an Musikern und Instrumenten zeichnet "In Sequence" aus. Die Songs und ihre Struktur sind äußerst komplex und bieten nahezu alle Einflüsse, die man sich auf einem modernen Metal-Album so vorstellen kann. Auf die Spitze getrieben wird das Ganze durch die hochfrequente Integration einiger Gastmusiker, wie zum Beispiel Indica Sängerin Jonsu. Dadurch findet der Hörer auf "In Sequence" von Folk-Elementen und akustischen Gitarren, über weiblichen, verzerrten und cleanen Gesang, bis hin zu elektronischen Elementen und schweren Gitarren alles, was dem kreativen und anspruchsvollen Musiker dabei in den Kopf kommt. So interessant und vielseitig die Musik auch sein mag, ist sie ebenso gewöhnungsbedürftig. Fans von roher Gewalt oder simplen Rock'n'Roll-Songs sei dringend von der Band abgeraten - alle Progressive-Fans dürfen gerne zuschlagen. Songs mit einer Durchschnittslänge von ungefähr sieben Minuten sind doch eher schwerer Kost im heutigen Metal-Bereich.
Insgesamt ist die Stimmung des Albums sehr atmosphärisch, fast schon konzeptionell. Der Opening-Track "In Sequence (Epilouge)" startet beispielsweise mit einem ausgedehnten Synthesizer-Intro, bevor die gesamte Band, untermalt von einigen Industrial-Beats, einsteigt. Diese Atmosphäre zieht sich dabei durch das gesamte Werk und die Songs sind so gut angepasst, dass sich beinahe kein Übergang erkennen lässt. Dabei passen ruhigere Songs wie "Sounds Of Home" genauso gut ins Konzept, wie die härteren "Rude Awekening" und "Defuse The Past".
Insgesamt ist "In Sequence" ein gelungenes und gut durchdachtes Album, das aber den meisten Hörern zu speziell sein dürfte. Moderner Progressive Metal at its finest, der durch den zurückgekehrten Sänger und Gitarrist nochmal mindestens zwei Schichten an Tiefe dazu gewinnt. (xz)

6/10