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ANAAL NATHRAKH

In The Constellation Of The Black Widow

VÖ: 26. Juni 2009
Candlelight Records

Die Welt wird untergehen … und dieses britische Zerstörungskommando unter Führung von Gitarrist Mick Kenney und Front-General V.I.T.R.I.O.L. (alias Benediction's Dave Hunt) liefert seit jeher und nun mit seinem siebten Album den immer perfekteren Soundtrack. Pfeilschnell, Gift und Galle spuckend - ein Drahtseilakt zwischen Genie und Wahnsinn, der keine Antwort in nur eine Richtung zulässt. Black Metal mit der Wucht eines nihilistischen Ambosses, mittendrin filigran und übermächtig die Sense des Death Metal aufblitzen lassend. Ein tonnenschwer produziertes, musikalisches Armageddon, welches dich verzweifelt um mehr betteln lässt.
Für Normalsterbliche heißt das stichprobenartig: "I Am The Wrath Of Gods And The Desolation Of The Earth Music" klingt wie Emperor zu "Anthems …"-Zeiten - und zwar auf Crack. Während man sich noch vor dem Ur-Schwedentod verbeugt ("So Be It"), wird mit "Oil Upon The Sores Of Lepers" mal flugs die gesamte Extrem Metal-Nachahmer-Szene lahmgelegt. Und "Satanarchrist" hätten selbst Dissection niemals so hinbekommen - eine Hymne. Von einigen anbetungswürdigen Clean-Refrains ("More Of Fire Than Blood", "The Lucifer Effect" oder der Titelsong) mal ganz zu Schweigen. Sänger Hunt's Melodieführung ist in Verbindung mit der erbarmungslosen Audio-Schlacht einfach Erfurcht gebietend.
Wenn die Band ihre chaotischen Elemente (ein bisschen weniger Verzerrung auf den Vocals würde Wunder tun) noch etwas zurückschrauben (wahrscheinlich nie), und bei bleibender/steigender Härte ihre niederschmetternde Erhabenheit noch weiter ausbauen würde ... ich würde sofort die Höchstnote ziehen. (sw)

9/10