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ANAAL NATHRAKH - The Whole Of The Law

VÖ: 28. Oktober 2016
Metal Blade

"Ich finde es nach wie vor klasse, nur konnten Anaal Nathrakh das in der Vergangenheit schon etwas besser", ist genau der Satz aus meinem Review zum letzten Album "Desideratum", der mir noch mal erklärt, warum ich jenes Album nicht mehr so in Erinnerung habe. Der neue Apokalypse-Soundtrack aus dem Hause Anaal Nathrakh punktet im Vorfeld schon mal durch ein brutal-ästhetisches Cover. Spiegelt herrlich die Schönheit des Weltuntergangs wider. Entsprechend unbeirrt zieht das Duo Infernale Dave Hunt und Mick Kenney seinen Stiefel weiter durch, lässt den Drumcomputer blasten, bis die Steckdose qualmt, Mikros werden nicht bearbeitet, sondern vergewaltigt und in all dem zerstörerischen Szenario neben brutalen Bremsmanövern und passend fiesen Elektro-Einschüben ("The Great Spectator"), liegen immer mal wieder kleine erhabene Melodien, die uns das Unvermeidliche versüßen sollen. Ja, auch in der Zerstörung kann etwas Schönes liegen, wenn ich mir einen Song wie "Hold Your Children Close And Pray For Oblivion" (wie wahr) anhöre.
Auf rein musikalischer Ebene komme ich dennoch auf mein obiges Zitat zurück, wenngleich apokalyptische Chor-Samples vokalistische King Diamong auf Ecstasy-Versuche ("Extravaganz") Interessantes bieten, schlussendlich aber nur die Scheuklappen-Einstellung der Briten verdeutlichen.
Auf der mentalen Ebene (sprich: "Was will uns der Künstler damit sagen?") ist "The Whole Of The Law" trotzdem wieder ein klassisches Anaal Nathrakh-Album. Insgesamt gesehen, reicht mir das noch zu einer Acht … bald aber vielleicht nicht mehr?! (sw)

8/10