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ANGANTYR - Svig

VÖ: 03. September 2010
Northern Silence Productions

Wenn man Alben von der ersten Note bis zum finalen Mastering im Alleingang durchzieht, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man verzettelt sich, weil ein gewisser Input von Außerhalb vielleicht dienlich wäre, oder man wird in seinem hochkreativen Prozess nicht gestört und kann seinen Weg unbeirrt durchziehen. Im Falle von Ynlegorgaz - Alleinherrscher über Angantyr - trifft Letzteres zu. Der kühle Däne hat eine klare Vision davon, wie nordischer Black Metal zu klingen hat, und festigt seine Position auf dem mittlerweile vierten Album beeindruckend. Und auch wenn Angantyr der Name eines dänischen Königs war, und sich das Konzept um die nordische Geschichte mit all ihren Schlachten dreht, ist man meilenweit von frohlockenden Hörnerschwingern und Geigenstreichern entfernt. Die alte schwarze Schule der Neunziger (wie z.B. Satyricon) regiert hier mit unbarmherziger Axt und einer Text-kompatiblen Epik, ohne eben mit genrefremden Instrumenten zu nerven. Das Großartige an "Svig" ist aber (wie mir in letzter Zeit öfter unter gekommen) nicht die Innovation, etwas Neues zu kreieren, sondern Fähigkeit, mit recht simplen Mitteln ein Atmosphäre zu erzeugen, die auch bei Songtiteln jenseits der 7-Minuten-Marke (auf "Svig" also fünf von sechs Malen) nicht los lässt, und den Wunsch nach mehr aufrecht erhält. (sw)

8/10