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ANGELS OF BABYLON - Thundergod

VÖ: 18. Juni 2013
Scarlet Records

Im Jahr 2008 gründete Schlagzeuger Kenny 'Rhino' Earl (Ex-Manowar) die laut Begleitschreiben als Power Metal klassifizierte Band Angels Of Babylon. Power Metal ist das meiner Meinung nach aber eher weniger. Die erste Veröffenlichung "Kingdom Of Evil" fand durschnittlich gute Kritiken und nun soll mit dem zweiten Longplayer "Thundergod" richig durchgestartet werden. Ob dies aber gelingt, sei dahingestellt. Für den "ich will ein Album, das sofort zündet und wenn es nach dem ersten Durchlauf nicht rüberkommt, schmeiß ich es weg"-Hörer ist es definitiv nicht geeignet. Der Opener "Thundergod" ist ein fettes Metalbrett mit treibenden Drums und dreckiger Gitarrenarbeit im Judas Priest-Stil. Die etwas unpassend wirkenden Keyboardelemente schmälern den Headbangfaktor des mit Abstand besten Songs des Albums zum Glück nicht. Die weiteren Songs sind dann eher der ruhigeren Fraktion zuzuordnen. Geboten wird traditioneller Hard Rock, hier und da mit epischen Einflüssen gespickt, manchmal kommt auch mehr als ein Hauch Heavy Metal durch, doch klingt es in vielen Songs irgendwie nach zu viel oder zu wenig. "White Star Line" beginnt beispielsweise mit einem akustischen Gitarrensolo im spanischen Stil, um über einen kuzen symphonischen Keyboardpart in klassischen Hard Rock, der z.B. an Rainbow erinnert, überzugehen. Mit "Turning To The Stone" wird eine herzerweichende Ballade geboten, die durch einen schönen Text und eine klare, geradlinie Melodie überzeugt. Der Schlußsong "Bullet" hingegen ist ein durchweg gelungener Nackenbrecher. Alles in allem stellen mich Angels Of Babylon vor ein großes Rätsel: Mag ich das Album oder mag ich es nicht? Die Antwort entäuscht erstmal, denn ich weiß es nicht. Auf jeden Fall fasziniert es, ein Album zu hören, welches den Widerspruch zwischen "wow - geiler Song!" und "was zur Hölle soll das?" so hart darstellt. Und nun, nachdem die Scheibe im Repeatmodus routiert und der Lautstärkeregler hochgeschoben wurde: Verdammt ja - nach dem x-ten Hören mag ich es. Es ist irgendwie sogar ziemlich geil. (bc)

8/10