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ANIALATOR - Rise To Supremacy (EP)

VÖ: 07. Februar 2018
Xtreem Music

Wer die "Rise To Supremacy" in den Händen hält, darf erst einmal nicht zu viel erwarten. Das Bandlogo ist generisch und riecht förmlich nach 08/15-Thrash, das Artwork der EP ist ebenso stereotyp. Was haben Thrasher eigentlich mit Gasmasken? Warum immer Gasmasken? Die Jungs aus Texas haben streng genommen schon in den 1980er-Jahren angefangen Musik zu machen, brachten es aber nie auf ein komplettes Album. Insgesamt kann die Truppe in den letzten 31 Jahren seit Bandgründung auf zwei Demos zurückschauen und mit "Rise To Supremacy" nun auf drei EPs. Zieht man die zahlreichen Remaster-Versionen und Live-Mitschnitte auf den jeweiligen Veröffentlichungen ab, kommt die Band auf weniger als einen Song pro Jahr. Aber gut, schließlich soll Musik Qualität statt Quantität vorzeigen.
Anialator spielen einen sehr schnellen, doppelfußlastigen Thrash. Der Stil erinnert weniger an den klassischen 80er-Thrash und auch nicht an die Neo Thrash-Welle der frühen 2010er. Viel mehr ist es ein recht "harter" Death/Thrash, der instrumental entfernt ein wenig an eine Mischung aus Swashbuckle und spätere Schaffensphasen von Sadus erinnert. Nur … unspektakulärer. Hier liegt die Krux. "Rise To Supremacy" ist wirklich eine Spur zu Durchschnitt, zu Mittelmaß. Das gilt sowohl für die Instrumentalisierung, als auch für die Lyrics. Den Höhepunkt dieses Mittelmaßes finden wir bei "Rise Again", der beispielsweise lange Strecken ohne erkennbaren Grund seine Riffs wiederholt und damit "aushungert". Ganz zu schweigen vom Text, der mit dem Songtitel eigentlich erzählt ist. Kurios: Das wirklich generische Melo-Thrash-Riff des Songs plätschert ohne Vocals daher (z.B. von 00:55 min. bis 01:13 und von 02:54 bis 03:30 min.), um dann von einer schrägen Solo-ähnlichen Melodiespur abgewechselt zu werden, über die aber drübergegrölt wird. Wenn das auf ein Gefühl trifft, die ganze Platte irgendwo schon einmal gehört zu haben, stellt sich eine gewisse Unzufriedenheit ein. Ohne Zweifel eignen sich die Songs auf der EP zum moshen und im Kreis rennen, das Ganze macht live sicherlich Spaß. Ansonsten findet der geneigte Thrasher hier 19 Minuten den gleichen Thrash, der seit 30 Jahren von hunderten Bands im heimischen Proberaum gespielt wird. Nur ein wenig besser abgemischt und produziert. Die Kollegen von Lords Of Metal bewerten gnädiger, aber liefern das gleiche Argument: "[…] the riffs that we know from Slayer at the time of 'God Hates Us All' […]". Aber wenn ich Slayer-Riffs aus den frühen 2000ern hören möchte, ja, wenn ich das wirklich wollen würde, höre ich eben "God Hates Us All". Dennoch, wenn ich Anialator auf der Running Order des nächsten Festivals sehe, gehe ich hin. "Rise To Supremacy" bleibt eher ein Kleinod für Sammler und Fans. (jh)

5/10