Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials

ANNIHILATOR - Triple Threat

VÖ: 27. Januar 2017
UDR Music

Einfach mal so aus der Hüfte geschossen eine opulente Annihilator-Momentaufnahme in die Runde werfen, die sehr wohl einen großen Kaufanreiz bietet. Opulent deswegen, weil das vierfach ausklappbare Digipak echt schick ist und weil die DVD mit dem Auftritt vom 2016er Bang Your Head Festival, einem coolen unplugged-Set nebst halbstündiger (interessanter!) Hintergrund-Info von Jeff Waters und der einstündigen "Annihilator Summer Mini-Documentary 2016" echt etwas bietet - von den beiden CDs, die jeweils die genannten Sets beinhalten, ganz zu Schweigen.
Annihilator 2016 bedeutete, dass Jeff Waters mit dem letzten Album "Suicide Society" (2015) wieder den Frontguru gibt und wieder eine neue Mannschaft um sich schart. Etwas, was wir aus dem Band-Universum nur allzu gut kennen. Diese Band ist jung und spielt beim Bang Your Head 2016 einen starken Gig mit vielen Klassikern, eigentlich keinen Überraschungen und ich persönlich finde es interessant, wie Jeff Waters nach seiner Gesangsverbesserung auf "Suicide Society" nun auch live ein wenig den James Hetfield bringt - einfach mal "King Of The Kill" oder "W.T.Y.D." checken.
Die "Sommer-Doku" ist kurzweilig, zeigt einen wie immer glänzend aufgelegten Jeff Waters, der viel zu erzählen hat und lässt alle auf dieser DVD zu sehenden und hörenden Musiker zu Wort kommen. Dazu natürlich auch ein paar Musiker-, Fanclub- und Presse-Stimmen. Nicht extrem tiefgründig, aber ja auch als Momentaufnahme angepriesen. Interessant aber, dass Jeff Waters irgendwann fallen lässt, dass er "Schizo Deluxe" als extrem unterbewertetes Album ansieht - Recht hat er!
Überraschungssieger von "Triple Threat" ist aber das unplugged Set, aufgenommen in Jeff's Watersound Studios. Annihilator hatten seit jeher Akustik-Songs, also könnt ihr euch die Setlist schon fast zusammendenken, nur "Bad Child", "Snake In The Grass" und "Stonewall" wurden komplett ent-elektrisiert. Und es funktioniert. Heimlicher Star in der Runde ist aber nicht Jeff oder seine Band-Mitstreiter, sonder Percussionist und partieller Lead-Sänger dieses Sets - Marc LaFrance, der aktuell Drummer der Bachmann & Turner Overdrive Reunion ist und dessen tolle Stimme seit Jahrzehnten im Background großer Alben von Bon Jovi, The Quireboys, Mötley Crüe oder sogar den Scorpions zu hören ist. Allein die eröffnende Version von "Sounds Good To Me" ist der Hammer.
Wonach hört sich das also an? Auf jeden Fall nicht nach einem billiges Cash In-Produkt. Das Ding lohnt sich! (sw)

8,5/10