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ANTHRAX - For All Kings

VÖ: 26. Februar 2016
Nuclear Blast

So sehr ich Anthrax immer mochte, dieses Belladonna, Bush, Nelson Sängergewechsel hat der Band viel Kredit bei mir gekostet und auch heuer scheint es mir so, dass Anthrax und Joey Belladonna eine Konstellation ist, die "gut für das Geschäft ist", mehr aber nicht. Das muss einem nicht gefallen und man weiß ja auch nicht wirklich, wie es bei anderen Bands aussieht.
Wenden wir uns also der Musik zu und die beginnt mit "You Gotta Believe" verheißungsvoll, ein flotter Thrasher, der mit einem überraschend ruhigen und atmosphärischen Mittelteil aufwartet und mit 7:30 Minuten recht lang ist. "Monsters At The End" ist in der Tradition von "In The End" oder "Im Alive" vom Vorgänger "Worship Music" und wartet mit einem schönen Refrain auf. Der Titeltrack "For All Kings" geht flotter zur Sache, Scott Ian rifft sich durch den Song, dass es eine helle Freude ist und hier bleibt wieder einiges im Gehör hängen. "Breathing Lightning" ist eine Übernummer, der Song ist sehr catchy arrangiert, eher eine Rocknummer und damit sehr ungewöhnlich für Anthrax, der Refrain ist ein Killer und macht den Song damit zu meinem persönlichen Highlight des Albums. "Suzerain" ist eher Durchschnitt und kann dem bisher Gehörten nicht das Wasser reichen. Der Thrasher "Evil Twin" drückt mächtig aufs Gas, dürfte bei den Old School Freunden für ein breites Grinsen sorgen. "Blood Eagle Wings" ist die langsamste und ruhigste Nummer des Albums und sehr atmosphärisch, wobei erneut auffällt, wie gut Anthrax in der Lage sind, Refrains mit einem hohen Wiedererkennungswert zu schreiben. "Defend Avenge" und "All Of Them Thieves" verbuche ich unter "okay", nähren aber in mir den Verdacht, dass der Band in der zweiten Albumhälfte die Luft ausgeht. Zum Glück zeigt die Nadel mit der Midtemponummer "This Battle Chose Us" wieder nach oben und drückt im letzten Drittel nochmal mächtig auf die Tube. Der Rausschmeißer "Zero Tolerance" ist der schnellste Songs des Albums und dringt schon fast in Gun Ho Regionen vor, da muss man mal die Gitarrenarbeit von Scott Ian und Jon Donais loben, alter Verwalter. Die Rythmusabteilung um Frank Bello und Charlie Benante ist natürlich über jeden Zweifel erhaben und Joey Belladonna liefert eine klasse Gesangsleistung ab.
Anthrax haben es geschafft, ein Album einzuspielen, auf dem sie einen (fast) perfekten Mix ihres bisherigen Schaffens präsentieren. Zwei Nummern kommen bei mir nicht über Durchschnitt hinaus, der Rest ist allerdings allererste Sahne. Die Produktion darf übrigens unter großartig verbucht werden. Nach Slayer und Megadeth hat mit Anthrax die dritte Band der berühmten "Big Four" ein sehr gutes Album herausgebracht - bin schon neugierig, wie sich Metallica da einreihen werden. (tf)

8,5/10