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ANTHRAX - Worship Music

VÖ: 16. September 2011
Nuclear Blast

Eigentlich habe ich gar keine Lust, mir die neue Anthrax anzuhören. So sehr ging mir das Hickhack mit dem Sängerposten auf die Nüsse. Ich meine, "Worship Music" wurde von Dan Nelson bereits komplett eingesungen und jetzt alles noch mal und schon hören wir doch Joey Belladonna. Vielleicht sollte man wirklich nur der "Musik huldigen" und den Hintergrund-Quatsch ignorieren. Und je nach Erwartungshaltung klappt das oder nicht. Ich erwarte auf jeden Fall kein back to the roots-Thrash Album, wenngleich sich die Band diesem Bereich mit dem guten "Fight 'Em Til You Can't", dem sperrigen Opener "Earth On Hell" und zu Teilen auch mit "The Constant" widmet. Gegen verschiedene Einflüsse habe ich ja auch nichts. "The Devil You Know" als knackiger Uptempo-Feger klingt zwar wie Foo Fighters in 'ner Muckibude, überzeugt aber mit seiner Gradlinigkeit und einem Wiedererkennungs-Chorus. Ähnliches gilt für "I'm Alive", dessen Eröffnungsbeat (samt Riff) mich irgendwie fatal an Rammstein's "Kein Lust" erinnert. Muss es aber gleich so verwirrend werden wie bei "Crawl", wo es aus allen Poren nach Soundgarden mieft? Oder "The Giant" - knackig aber irgendwie skurril. Das kann doch unmöglich Anthrax anno 2011 sein. Das kann nicht das Album sein, für das sie satte acht Jahre gebraucht haben. Und das kann auch unmöglich das Album sein, welches die Anthrax-Fans, die sich die Reunion mit Joey Belladonna sehnlichst gewünscht haben, hören wollen. "Worship Music" ist kein Debakel, aber auch kein Kracher. (sw)

7,5/10