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ANTICHRIST - Sinful Birth

VÖ: 09. Juni 2017
I Hate Records

Man kommt ja zu nichts. Das Antichrist-Debüt wollte ich mir seit Langem zulegen, dann fällt ein Gig der Band in meiner Heimatstadt ausgerechnet auf einen von langer Hand geplanten OP-Termin - da lässt man seine "Bemühungen" irgendwann sein …
… und beschäftigt sich jetzt taufrisch mit dem Zweitwerk der Schweden, die soundtechnisch definitiv als Brüder im Geiste zu den Norwegern Nekromantheon durchgehen. Beste Voraussetzungen also für mich. Auf "Sinful Birth" komme ich mir vor wie an der Fleischtheke und die Band fragt mich unentwegt: "Darf es noch ein Riff-chen mehr sein?!". Na, gerne doch. Auch wenn sie zwar eventuell Hooks verdrängen, es peitscht und drückt an allen Ecken und Kanten und die Riffs sind allesamt exquisit. Mehr Thrash geht fast gar nicht. Ein zügelloses, im Geiste aber kontrolliertes Massaker, alten Razor Scheiben gleich, was gut zu den Vocals passt, die eine ähnliche Rhythmik und nuschelige Phrasierung haben. Atmosphärisch betrachtet, muss ich mir eingestehen, fast Vergleiche mit Possessed ziehen zu "müssen", wenn man sich allein mal den druckvollen Midtempo-Klopfer "Under The Cross" anhört. Schon die unheilschwangere Einleitung von "The Unity" hat es in sich und das zieht sich auch durch den Song. Und wer hätte gedacht, dass die irre beklemmende Stimmung im Instrumental "Chernobyl 1986" wirklich über die gesamten zehn (!) Minuten hält. Der Thrasher will aber ausrasten, herumwüten und alles kurz und klein hacken. Nimm einfach das mittig platzierte Dreigestirn aus "The Black Pharaoh", dem Titelsong und "Burned Beyond Recognition" und du bist platt! Sehr schön, dann kann ich mich ja endlich auf den Weg machen und mir das Debüt zulegen. (sw)

8/10