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ANY GIVEN DAY - My Longest Way Home

VÖ: 05. September 2014
Redfield Records

Kein Intro, kein Outro, kein Interlude, kein Firlefanz. Zehn reine Metalsongs haben es auf das Debütalbum von Any Given Day geschafft. Mit ihrem Rihanna-Cover von "Diamonds" wurden sie im Internet schnell bekannt, präsentieren sich auf "My Longest Way Home" aber ausschließlich mit eigenen Werken. Ohne Pause wird das gesamte Album mit Vollgas gefahren, jeder Song geht stark nach vorne und ist ein wahres Work-Out für die Ohren. Und für ihren "längsten Weg" haben Any Given Day wirklich so einiges in ihrem Rucksack mitgenommen: Gitarrensoli, die sich mit Djent-Sounds um die Song-Vorherrschaft prügeln, eine Doublebass, die gar nicht aufhören will durchzubrettern und schlussendlich: Die Vocals. Für mich wahrscheinlich das wichtigste Einzelelement einer Band, ist die Verträglichkeit, mit der Texte transportiert werden sollen. Wenn mir jemand wie ein rolliges Wildschwein ins Ohr grunzt, dann kann auch der Rest der Band so gut spielen, wie sie wollen, ich würde dann mit der Band nicht warm werden. Glücklicherweise haben die Gelsenkirchener einen Mann am Mikro, dessen Geschrei nicht nur brachial für Gänsehaut sorgt, nein, der gute Dennis Diehl presst dazu noch die Clean-Vocals aus den gleichen Lungen und (!) auch die sorgen für Gänsehautmomente. Gruselig, was dieses Band hier als Debütalbum raushaut, denn es ist alles einen Ticken zu professionell, um ein wirkliches Debütalbum zu sein. Kurz nachgeforscht stellt sich dann auch raus, dass die Mitglieder der Band schon vorher reichlich musikalische Erfahrung gesammelt haben und nun alles in diese eine Band zusammenbringen. Auch ein wenig Witz bringen sie mit und so konnte ich meinen Ohren nicht trauen, als plötzlich ein bekannter Satz aus der Fernsehserie "Dexter" meinen Gehörgang durchpustete: "Suprise Motherfucker!". Und ein passenderes Zitat könnte ich auch kaum für dieses Album finden, denn für ein erstes Album ist hier wirklich alles drin, was man sich wünschen kann. Auch für die Zukunft bleibt da nur zu hoffen, dass man nicht stagniert, sondern immer noch einen draufsetzt. (zeo)

9/10