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APALLIC - Somnium (EP)

VÖ: 23. Dezember 2015

Selbstüberschätzung ist die Mutter allen Versagens. Und ich bin mir sicher, dass es einige Vertreter der reviewenden Zunft geben wird, die sich ganz pingelig daran stören werden, wie sich diese Band in ihrem Beipackzettel anpreist. So what! Mein einziger "Knackpunkt" ist, dass ich den verwendeten Begriff "progressiv" in seiner klassischen Bedeutung (auch in Bezug auf Death Metal) nicht entdecken kann, was aber rein gar nicht schlimm ist. Die drei Songs des Quintetts aus dem Raum Emden gehen nämlich allesamt gut nach vorne los. "The Awakening" rollt gleich ohne großen Firlefanz los und beweist im Refrain(-Gebilde?) gleich ein gutes Händchen dafür, wie man etwas Beatdown-artiges rhythmisch-dynamisch so bringt, ohne Old School Fanatiker zu verprellen. Ihr Death Metal hat seine Basis eben in der jüngeren Vergangenheit, als in seiner Geburtsphase - also mehr Amon Amarth, Disbelief oder Illdisposed, als Massacre oder Possessed. Desweiteren fällt auf, dass zu ihrem Sound (Jörg Uken hat im Soundlodge die drückende Atmosphäre der Songs gekonnt in Szene gesetzt) die kernigen, tiefen Growls von Fronter Eike weitaus besser passen, als irgendein gesichtsloser Schreihals. Mit "Mental Prison" zeigt sich der Fünfer von seiner abwechslungsreicheren Seite, die auch ein paar Amon Amarth-Verweise zutage fördern, genauso wie ein wenig At The Gates, weswegen ich die hier vertretene Zeile "At War With Reality" positiv amüsant finde. "Deranged" schliesst die erste EP dann auch gleich wieder und wartet mit auf den Punkt gebrachten Tempoausbrüchen und guten Gitarrenmelodien auf. Alles in allem ist die Erstvorstellung geglückt, wenngleich es wahrlich schwer ist, heutzutage etwas völlig Neues zu kreieren. Doch diese drei Songs sind mir definitiv gut genug, um den angekündigten Longplayer auf meine "to watch"-Liste zu setzen. Die Band wird im Mai das Studio entern. Bin gespannt! (sw)

7,5/10