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ARCH ENEMY - Covered In Blood

VÖ: 18. Januar 2019
Century Media

Diese Veröffentlichung wurde mit Sicherheit viel früher geplant und der Termin weit im Voraus festgesetzt, als dass man der Band oder der Plattenfirma vorwerfen könnte, sie würden versuchen, nach dem "Benutzungs-Eklat" um ein Foto von Alissa und dem schlussendlich daraus resultierenden Ende von Marta Gabriels Firma Thunderball Clothing hauptsächlich aufgrund dumm-dödeliger Internet-Warrior, Image-Schadensbegrenzung zu betreiben. Also lassen wir dieses Thema komplett beiseite.
"Covered In Blood" ist eine 24 Tracks umfassende Ansammlung sämtlicher Coverversionen, die Arch Enemy im Laufe ihrer Karriere empor gefördert haben - erstmals nun auf einer CD. Und die kann man allesamt so betrachten, wie die gesamte Szene Arch Enemy betrachtet. Nämlich von beiden Seiten. Die einen verteufeln sie allerspätestens seit "Anthems Of Rebellion", weil sie dort zum ersten Mal einen richtigen Hit namens "We Will Rise" landeten, die anderen lieben sie ob ihrer immer weitergeführten Rezeptur. Die Wahrheit liegt wie immer im Auge des Betrachters. Und so kann man Versionen von Mike Oldfields "Shadow On The Wall" (im "Metal Gods"-Gedächtnis-Beat) oder "Walking In The Shadow" (Queensryche) echt hassen, andererseits "Back To Back" (Pretty Maids) und "The Zoo" (Scorpions) echt geil finden, weil sie ein ähnlich mächtiges Flair versprühen, wie es Cannibal Corpse mit Metallicas "No Remorse" taten. Ein paar kurze Eruptionen aus dem Crust/Punk/Hardcore-Bereich zwischendurch (u.a. Anti-Cimex, G.B.H., Discharge), geben Dampf auf dem Kessel. Die drei Songs mit Ur-Sänger John Liiva (nur auf den limitierten EU/US-Doppel-CD-Versionen von "Wages Of Sin" zu finden) sind auch dabei und ich merke wieder mal, wie geil diese Kombi doch seinerzeit war.
Extrem grenzwertig empfinde ich hingegen die bereits im Original totgespielten "Symphony Of Destruction" und "Breaking The Law". Bei Megadeth geht mir das rhythmische Gefauche von Angela Gossow derbe auf den Senkel (kein Flow!) und die Absicht, aus Judas Priest etwas "Modernes" zu kitzeln, mündet in etwas, was erschreckend viel von neueren In Flames hat - da war "Starbreaker" seinerzeit viel besser. Dagegen ist die derbe Version von "The Book Of Heavy Metal" (Dream Evil) schon wieder so geil, wie das Original "over the top" war.
Fazit: Ein Sammelsurium, in dem für jeden etwas dabei ist. Von Könnern, die sich ihren guten Ruf in den letzten 23 Jahren redlich erarbeitet und verdient haben. Das ist nun mal Fakt! (sw)

8/10