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ARCKANUM - Den Förstfödde

VÖ: 29. September 2017
Folter Records

Das Eremitendasein hat Shamaatae wohl langsam auf die Sinne geschlagen. Das ungeschriebene Gesetz, Arckanum würden gute und weniger gute Alben im Wechsel schreiben, ist mit "Den Förstfödde" wohl gebrochen. Der Zusatz "leider" lässt Fans schlimmes erwarten, wenn sie "Fenris Kindir" noch im Ohr haben. Mir war die Scheibe ja auch nur sieben Punkte wert.
Starten wir also mit dem fast zehnminütigen Titelsong, der zwar ein klassisches Musikstück darstellt (sprich: mit allen notwendigen Instrumenten und Shamaatae's gewohnt giftiger Stimme), sonst aber nur Intro-Charakter besitzt und für eine Eröffnung viel zu langatmig und dadurch langweilig ist. Danach noch mal vier Minuten sinnloses Gitarrengeschrammel mit angedeuteter Melodie namens "Nedom Etterböljorna". Überspitzt ausgedrückt warte ich also 13 Minuten und 58 Sekunden, bis mit "Likt Utgårds Himmel" ein einigermaßen Arckanum-würdiger Song um die Ecke kommt. Der klingt nach Arckanum, nach der Eröffnung hätte aber weitaus mehr kommen müssen. Irgendwie "nur" passabel. Etwas, was ich "Låt Fjalarr Gala" und dem finalen "Kittelns Beska" ebenso zuschreiben möchte. "Ofjättrad" startet mit einem klassischen Solo (von Gastmusiker Set Teitan, der auf "Den Förstfödde" öfter zu hören ist), dann macht es Peng, der Song bricht aus und ist irgendwie dann auch schon wieder weg. Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch "Ginnmors Drott" - knapp vier Minuten irgendwelches Bass-Gedrömel … echt jetzt?! Einzig "Du Grymme Smed" macht sich interessant und zeigt sich charakterstark. Dennoch hatten Alben wie "ÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞ" oder "Helvítismyrkr" eine viel größere Strahlkraft. Von den alten Alben, die ich immer noch nicht entdeckt habe und denen man Großes nachsagt, ganz zu schweigen. Da sind wir also bei knapp 29 Minuten ernsthafter Musik, wobei die letzten drei Minuten von "Kittelns Beska" auch nur noch Unterweltgegurgel sind.
Aus den Social Medias hat sich Shamaatae vor einiger Zeit mit einem bedeutungsschwangeren Posting zurückgezogen. Und laut Labelinfo soll dies das letzte Arckanum-Album sein. Schade, dass es mir mit diesem eher halbgaren Ding nicht mal wirklich schade darum ist … (sw)

5/10