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ARROGANZ - Primitiv

VÖ: 29. September 2017
FDA Records

Sechs Songs - 40 Minuten. Und der Opener "Pilgrim" donnert ohne jegliche Vorwarnung los. Jipp, "Primitiv" ist ein wahrlich gut gewählter Titel. Und die Band macht ihrem Namen auf dem nunmehr vierten Longplayer weiterhin alle Ehre. Ich möchte das Attribut "arrogant" aber in diesem Fall nicht komplett im ursprünglichen Sinne versteht sehen, sondern mehr vermischt mit einer Gleichgültigkeit gegenüber jeglichen Strömungen, genrefremden Einflüssen und überhaupt jeglichem anbiederndem Gedöns - also eine mehr als gesunde "Fuck You!"-Einstellung. Und genau so klingen die neuen Auswüchse der Herren -K-, -T-, und -P-. Roh, unnachgiebig, in jeder Lebens- und Tempo-Lage um sich schlagend - "Primitiv"-er Death Metal eben. Aber irgendwie auch mit Köpfchen, wenn der geneigte Fan genau hinhört und die eingepflegten Details mal genauer unter die Lupe nimmt. Mal extrem kurz ("Another God, Dead"), mal ziemlich lang (z.B. "Cortege") mit ausladenden Doom-Passagen, urplötzlich herausplatzenden Tempoausbrüchen und wütendem Gebelle. Gemeingefährlich kann man solch ein Album auch nennen, gerade, weil das Trio sehr wohl weiß, was es da tut.
Möchte man einen Vorzeigetrack herausfiltern, wäre "Obliviate" ein heißer Kandidat. Untergrundig doomig startend und dabei eine Sogwirkung entwickelnd, dreht das Trio unvermittelt auf, zieht dich trotzdem weiter runter, nur um mit einer fiesen Vollbremsung nebst surrenden Black Metal-artigen Gitarren (und einem hypnotisierenden Bass im Hintergrund!) die letzte Grasnarbe wieder zu schließen und alles Verschluckte für ewig zu begraben. Klingt zu herzlos? Leute, die Band heißt Arroganz und das Album "Primitiv" - rechnet einfach Eins und Eins zusammen oder schert euch zum Teufel … obwohl … dann würdet ihr dieses Album erst recht hören! (sw)

8/10