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ASATOR - Gezeiten

VÖ: 22. Mai 2015

Wenn sich eine Band Asator nennt, ist die erste Konnotation die nordische Mythologie. Umso erfreulicher, wenn diese Band dann ein Debüt veröffentlicht, welches erst einmal offensichtliche Links zu eben jener vermissen lässt. Die Bremer Jungs haben mit "Gezeiten" eine solche Platte geschaffen.
Der Silberling startet beim ersten Anhören mit "Wenn Welten welken" und "Schattentanz" ein wenig sperrig, steigert sich dann aber bis "Das Blutgerüst" und "Schlund des Himmels" zu einem sehr vielseitigen, dunklen Gemisch aus Black Metal, Göteborg-Sound und atmosphärisch-epischen, entspannenden Passagen. Dieses hohe Niveau zieht sich bis zum Ende der CD durch, Durchhänger oder Langeweile sind nicht zu finden. Der Bass setzt sich gut und knackig durch, das Schlagzeug baut ein mächtiges Gerüst für mal epische, mal knüppelharte Passagen. Nicht zuletzt auch durch die deutschen Texte erinnert man unweigerlich an Negator, jedoch klingen Asator dabei progressiver.
Was gibt es also überhaupt zu kritisieren? Einzig die Vocals sind im Mix ein wenig zu aufdringlich, was leider eine kleine Synergie mit dem Anfangs erwähnten "sperrig" ergibt: Vielleicht hätte man auf manche Melodiespitzen verzichten können, die stellenweise mit der recht dominanten Stimme von Christoph ein wenig zu viel sind. Andererseits erwartet auch keiner, der "Gezeiten" kauft, ein "Easy Listening". Und wenn überhaupt, ist dieser subjektive Eindruck ein kleiner Wermutstropfen, der ein sonst bärenstarkes Album nicht weniger empfehlenswert macht. Wer Black Metal mag, ohne mit Monotonie überschüttet zu werden, kann ohne Bedenken zugreifen. Heranwagen dürfen sich aber auch Freunde von melodiegeprägtem Extrem-Metal im allgemeinen, sowie Fans düsterer, progressiver Klangwelten. (jh)

8/10