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ASCALON - Reflections

VÖ: 30. November 2016
No Remorse Records

Die britische Insel ist seit geraumer Zeit wieder ein guter Nährboden für Metalbands, die eine Art Welle lostreten, wie einst die NWOBHM. Fairerweise muss man sagen, dass dabei genau so wenig wegweisende (sprich: einzigartige) Bands zutage gefördert werden, wie z.B. im aktuellen Schwedentod oder der letzten Thrash-Welle. Eben keine Chance gegen die Altvorderen. Nichtsdestotrotz - Ascalon erarbeiten sich mit ihrem sehr homogenen Debüt sofort eine Position, von der sie mit einer entsprechenden Entwicklung in Zukunft noch ein paar mehr Akzente setzen und sich noch mehr Freunde machen können. Gleich mit dem Titelsong an zweiter Stelle werden Maiden-Fanatiker mit Vorliebe für Running Wild-Galopp bestens bedient. Überhaupt regieren auf "Reflections" (dem Album, nicht nur dem Song) die doppelläufigen Gitarren, die neben basischen, scharfen Riffs eine Armada an Iron Maiden-Verehrungen liefern. Zweiter Sieger in der Runde ist Sänger/Gitarrist Matt Gerrard. Seine leicht raue, kräftige Stimme hält sich vornehmlich im mittleren Bereich auf und hat eine erstaunlich erwachsene Klangfarbe. Bricht er aber mal nach ganz (gaaanz!) oben aus, sitzen die Töne so perfekt, dass ich mich frage (ohne die Band live gesehen zu haben), ob es nicht besser wäre, einen zweiten Gitarristen anzuheuern und dem guten Matt mehr Freiraum für seine offensichtlichen Fähigkeiten zu geben. Neben dem erwähnten Titelsong solltet ihr zum Anchecken mal das speedigere "Red Leather" begutachten oder die flotten "Steel Nights" bzw. ein wenig Epik in "Ascalon" geniessen. Das Priest-durchsetzte "Viglante" beschliesst kurzweilige 35 Minuten, die man nicht nur einmal gerne durchlaufen lässt. Da geht mehr - und ich will es wissen. Ich behalte euch mal im Auge, Jungs! (sw)

7,5/10