Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials

ATHORN - Phobia

VÖ: 17. September 2010
AFM Records

Athorn ist eine fünfköpfige Band aus Hannover - 2008 gegründet, 2009 eine erste EP veröffentlicht, und mit einem Plattendeal bei AFM Records in der Tasche steht nun das Debütalbum "Phobia" bereit. Eine Phobie muss man gegen dieses Album aber keineswegs entwickeln, aber beängstigend sind die zehn Titel dann doch irgendwie ... beängstigend großartig! Meine Begeisterung für "Phobia" steigt annähernd mit jedem weiteren Durchlauf, und das liegt an verschiedenen Punkten: Das fängt schon damit an, dass sich Athorn musikalisch keiner bestimmten Kategorie einordnen lassen. Power-, Prog-, Thrash, Melodic Death Metal ... die Zutaten sind ähnlich vielfältig, wie die Songs. Da geht "Emperor Of Ruins" fast als reinrassige Melo Death-Nummer durch, "A Matter Of Time" ist erstaunlich thrashig, zwischendurch plötzlich ein ruhiges Instrumentalstück ("Phobia - Prologue"), die Gänsehaut verursachenden kraftvollen "From Beyond" und "The Ferryman", oder das über 7-minütige und epische "Schizophrenia".
Das alles groovt ohne Ende, und weiß zu jeder Zeit ausnahmslos mitzureißen. Die Riffs knallen satt aus den Boxen, die Songs sind durchweg anspruchsvoll, ausgereift und hochwertig, aber trotzdem zumeist recht eingängig, und ein ganz dicker Pluspunkt von Athorn ist sicherlich Sänger Carsten Frank! Was der Herr stimmlich leistet, ist mehr als beeindruckend. Da wird zwischendurch perfekt gegrowlt, dann wiederum so kraftvoll gesungen, dass man nicht selten an Zak Stevens (ex-Savatage, Circle II Circle) erinnert wird, und in ruhigen Passagen (beim starken "Humanize The Demon" oder auch beim Titelsong) kommt einem sofort Matt Barlow (Iced Earth) in den Sinn - in ganz melancholischen Momenten sogar Nevermore's Warrel Dane. Nicht zuletzt dadurch klingen Athorn dann über weite Strecken auch erstaunlich "undeutsch", ohne dabei jedoch irgendwelche US-Bands kopieren zu wollen.
Athorn haben mit "Phobia" ein rundum absolut gelungenes Album abgeliefert, dass nicht mal den Ansatz eines Durchhängers aufweist, perfekt (und somit für ein Debut eher ungewöhnlich) produziert ist, und zehn durchweg starke Songs aufweist. Nach längerem Überlegen komme ich zu der Erkenntnis: "Phobia" ist für mich das beste deutsche Debüt seit Masterplan (2003). Ganz stark! (maz)

9/10