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ATOMWINTER - Iron Flesh

VÖ: 16. Oktober 2015
Black Skull Records

Jupdidu! Sich als deutsche Band Atomwinter zu nennen, schürt bestimmt sofort wieder Vorurteile. Ich mache den vier Herren aber keinen Vorwurf, da sie musikalisch und optisch alles aufeinander abgestimmt haben und somit ihrem martialischen Namen auch Taten folgen lassen (können). Wer unbedingt Vergleiche braucht, stelle sich bitte Folgendes vor. Wenn Bolt Thrower die unangefochtenen Kriegsherren in allen Belangen sind und Hail Of Bullets der ultrapräzise Scharfschütze mit Ambitionen zum Regimentsführer, dann sind Atomwinter so etwas wie die Söldnertruppe. Nicht die allerbesten Waffen, nicht die allerfeinsten Uniformen, nicht die perfektesten Umgangsformen - aber das Endergebnis ist trotzdem dasselbe. Es killt! Warum? Weil - wie es sich für eine echte Söldnertruppe gehört - die Akteure genau wissen, wie der Hase läuft. Die Bandmitglieder sind allesamt jahrelang in der Szene unterwegs gewesen, haben ihre Vorlieben bestimmt auch bei Asphyx oder der einen oder anderen finnischen Death Metal Band und bündeln ihre Kräfte nun ein zweites Mal nach dem 2012er Debüt "Atomic Death Metal" zusammen. Was mich gerade hier wieder stark beeindruckt - und ich weiß, ich wiederhole mich - ist die Tatsache, dass Atomwinter nicht "deutsch" klingen. Vielen kleinen Combos hörst du schon an der ersten Note an, dass ihr Selbstwertgefühl durch das Dreigestirn "ich spiele in einer Band - ich stehe auf einer Bühne - verehrt mich" vernebelt wird. Da ist ein Album wie "Iron Flesh" eine - wenn man es so nennen darf - "Wohltat".
Death Metal Lunatics müssen hier ohne mit der Wimper zu zucken zuschlagen! (sw)

8/10