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AUDREY HORNE - Pure Heavy

VÖ: 26. September 2014
Napalm Records

Nach dem "Genuss" der neuen Audrey Horne-CD stelle ich mir folgendes Szenario vor:
Der letzte Überflieger "Youngblood" und das neue "Pure Heavy" werden nicht als Longplayer veröffentlicht, sondern als zehnfache 7 Inch-Kollektion. Auf den A-Seiten verzücken alle zehn "Youngblood"-Songs den Hörer und verlangen nach mehr. Und auf der so vielerorts als Resteverwertung benutzten B-Seite stehen - mit Ausnahme des anderthalb-minütigen Akustik-Intermezzo "Diamond" - die Songs von "Pure Heavy". Was will ich euch damit sagen? Wir alle wissen durch die letzten beiden Alben, zu was Audrey Horne fähig sind und in dem Kontext rauscht "Pure Heavy" (mit seinem ziemlich unpassenden Titel) gerade noch an einer Enttäuschung vorbei. Ich frage mich, was mir ein Song wie "Tales From The Crypt" sagen möchte. Ich frage mich, ob die Band bei "High And Dry" ihren eigenen "Kill The King"-Songstart kreieren wollte. Ich frage mich, ob der Band ihr "Ohohoh"-Chor bei "Volcano Girl" nicht selbst auf die Nüsse geht. Das ist aber das wirklich Äußerste einer CD, die ansonsten durchweg anständige Qualität abliefert, im Audrey Horne-Universum jedoch leider mit einer Art Vorhersehbarkeit in Bezug auf die bekannten Zutaten daherkommt. Die Hooks sind lange nicht so zwingend, fast zu fröhlich ("Wolf In My Heart") und irgendwie völlig relaxt im Sinne von "ach komm, machen wir halt noch eine Platte". Ausschläge nach oben bieten in meinen Ohren nur das zackige "Holy Roller", das treibende "Waiting For The Night" und mit Abstrichen noch "Into The Wild".
Es gibt bestimmt Nachwuchsbands, die mit einem Album wie "Pure Heavy" die Szene überraschen würden, aber Audrey Horne haben mehr drauf und schaffen es dieses Mal nicht, ihre Stärken auszuspielen. Da gibt es mit Ach und Krach noch 7,5 Punkte. (sw)

7,5/10