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AUGUST BURNS RED - Phantom Anthem

VÖ: 06. Oktober 2017
Spinefarm Records

August Burns Red sind zurück mit einer neuen Platte und ich muss zugeben, meine Gefühle sind gemischter Natur. Früher noch habe ich mich bereits Wochen vorher gefreut, wenn die Amerikaner neue Musik für uns hatten, doch nach dem letzten Album hoffte ich nur, dass es nicht wieder komplett in den Ohren schmerzt. Und ein Glück hat sich die Band auf ihre alten Stärken besonnen und kommt nun vermehrt im alten Stil zurück. Gleich der Opener "King Of Sorrow" klingt wie eine Konzerteröffnung. Impulsiv, brachial und mit voller Gewalt geradeaus. So hat man es damals auf "Messenger" gehört und das erwartet man eben auch von einer Band, die sich in der Szene einen so großen Namen gemacht hat, nämlich komplette musikalische Eskalation. Doch dann die Ernüchterung. Nach etwas mehr als einer Minute wechselt man in einen pseudo-epischen Selbstbeweihräucherungs-Musikstil, der gezeichnet ist von Gitarrenrumgeflexe und dabei dem Song komplett jegliche Power nimmt. August Burns Red beherrschen ihre Instrumente, doch die Art, wie sie es in die Songs verpacken, ist einfach nur unsinnig. Man hat einen kraftvollen, ausdruckstarken Song und bremst ihn vollkommen übergangslos aus und lässt den Hörer vor unvollendete Tatsachen stehen. Song Nr. 1 verbaut es sich komplett selbst und lässt einen den bitteren Nachgeschmack des letzten Albums wieder auf der Zunge schmecken. Song Nr 2. - "Hero Of The Half Truth" - macht es genau so. August Burns Red nehmen ein Schema und klatschen es genau so wieder drauf. Aber Leute, euer Schema ist halt Mist. Ein Schema, das so aussieht: Supergeiler erster Part -> zusammenhangloser Zwischenpart mit Fokus auf den Gitarren, welche aber weder eine Melodie spielen, noch ein eigenes richtiges Solo haben -> supergeiler Schluss. Da kann man doch mal eine Sekunde darüber nachdenken, welcher Teil hier stört? Song Nr. 3 "The Frost" - das Gleiche, nur, dass der "schlimme Part" kürzer ist. Song Nr. 4 wieder das Gleiche. Ich bekomme echt Magensäure in den Mund. Jedes Mal packt man so unnützen Kram in die Mitte jedes Songs und versaut ihn dadurch komplett. Das letzte Mal habe ich gesagt, dass die Band sich ausprobiert, aber August Burns Red haben meines Erachtens nach zwar ein grandioses Album geschrieben, sich dann aber gedacht, wie man es am besten in den Sand setzen kann. (zeo)

5/10